Bartolomeo Cristofori

Cristofori, Bartolomeo, italienischer Cembalo- und Klavierbauer, * Padua 4.5. 1665, † Florenz 17.1. 1731

Über frühen Lebensweg und Ausbildung Cristoforis ist nichts bekannt. 1690 lebte er in Florenz und arbeitet im Dienst Ferdinando de`Medicis als Instrumentenbauer und –stimmer. 1716 wurde er zum Konservator der Instrumentensammlung der Stadt Florenz ernannt. Etwa 1698 hatte Cristofori begonnen, eine Tastaturmechanik für das Cembalo zu konstruieren, die es ermöglichen sollte, mit dem Instrument laut und leise spielen zu können. Auf dieser Entwicklung, dem von Cristofori als »arpicembalo che fà il piano e il forte« bezeichneten Instrument beruht das Hammerklavier. Das erste Instrument der neuen Bauart, der Urahn heutiger Klaviere, war vermutlich 1700 fertiggestellt, da das Inventarverzeichnis der Sammlung dieses Instrument bereits nennt. Cristofori arbeitet auch nach 1700 weiter an der Vervollkommnung seines Pianofortes. Daneben baute Cristofori auch ein Spinnettone genanntes Instrument, ein Spinett mit mehreren Registern, sowie ein Spinett mit ovalem Resonanzkasten, bei dem die Basssaiten in der Mitte des Bezuges lagen.

Von den Pianofortes Cristoforis, die seinerzeit in ganz Europa starke Beachtung fanden, sind drei erhalten, je eines befindet sich heute in New York, Rom und Leipzig; das Klavier in New York stammt aus dem Jahre 1720, das in Leipzig aus dem Jahre 1726. Einige wenige Cembali und Spinette sind ebenfalls erhalten geblieben.

Der besondere Beitrag Cristoforis zum Klavierbau liegt in der Entscheidung, die Saiten des Cembalos von einem Hammer anschlagen zu lassen und dazu eine Mechanik zu verwenden, in der mittels einer Stoßzunge der Hammer gegen die Saiten geschlagen wird, gleichzeitig eine Dämpfung von diesen abgehoben wird, unmittelbar danach aber sowohl Hammer als auch Dämpfung in die Ausgangslage zurückkehren. Auch der Einfall, zwei Saiten je Ton zu verwenden, also einen Saitenchor zu bilden, geht auf Cristofori zurück.