Bob Moog

Moog, Bob, eigentlich Robert Arthur Moog, amerikanischer Physiker und Musikinstrumentenbauer, * New York 23.5. 1934, † Asheville (North Carolina) 21.8. 2005; Moog hatte Vorfahren aus Hessen; der Name spricht sich Mohg aus, nicht Muhg.

Biografie

Moog, besuchte zunächst die Bronx High School of Science in New York, die er 1952 abschloss. Anschließend studierte er bis 1957 Physik am Queens College (New York) und promovierte an der Cornell University in Ithaca (New York) im Fach Physik. Bereits früh an elektronischer Musik interessiert, gründete er 1953 seine erste eigene Firma, die R.A. Moog Co., um Bausätze für Theremin-Geräte zusammenzustellen und zu verkaufen. Die Auseinandersetzung mit der Schaltungstechnik des Theremins führte zur Entwicklung des ersten spannungsgesteuerten Synthesizers, den Moog 1966 vorstellte. 1972 benannte der Physiker seine Firma in Moog Music um. Zu dieser Zeit hatte Moog bereits neben dem modularen Synthesizer-System den Minimoog, einen konfektionierten Synthesizer mit drei Oszillatoren und fester interner Verdrahtung. Das Instrument war zwar besonders bei Rockmusikern äußerst beliebt und erfolgreich. Dem auch kommerziellen Erfolg des Instrumentes stand die finanzielle prekäre Situation Moogs Firma gegenüber. Mehrfach wechselte der Besitzer, zuletzt wurde sie von dem Musikinstrumentenhersteller Norlin übernommen. 1977 verließ Moog seine eigene Firma und gründete 1978 unter dem Namen Big Briar eine neue Firma.

Mit Big Briar begann Moog wieder, Theremins herzustellen, erweiterte aber bald das Programm um Pedal-Effektgeräte, die er moogerfoogers nannte. 1999 ging er mit der Bomb Factory, einem Studio in Los Angeles, eine Partnerschaft ein, deren Ergebnis die ersten Software-Effekte waren (Plug Ins für die Recording-Software Pro Tools).

Moog besaß zu dieser Zeit nicht das Recht, unter eigenem Namen Musikinstrumente herzustellen. Nach einem langwierigen Rechtsstreit mit DonMartin, dem Besitzer der Rechte, konnte er seit 2002 wieder unter seinem Namen Musikinstrumente verkaufen. Zu dieser Zeit war die Entwicklung einer Reinkarnation des Minimoog, des Minimoog Voyager, abgeschlossen. Der Voyager entspricht weitgehend dem alten Minimoog, verfügt aber über einige zeitgemäße Einrichtungen wie MIDI.

Moogs große Leistung im Bereich der elektronischen Instrumente liegt nicht in der Entwicklung des Synthesizers – dessen Komponenten waren in der Theorie bekannt und auch schon in einigen realen Geräten bekannt –, sondern in technischen Komponenten, die den Bestandteilen eines Klanges entsprachen und durch Spannungen gesteuert werden konnten. Er legte die 1-Volt/Oktave-Charakteristik fest – eine Änderung der beispielsweise an einem Oszillator anliegenden Spannung um ein Volt zieht eine Änderung der Tonhöhe um eine Oktave – und entwickelte einen steilflankigen (24 dB), spannungsgesteuerten Filter, der der für den »mächtigen« Klang der Moog-Synthesizer verantwortlich ist und von keinem anderen Synthesizer erreicht wird. Robert A. Moog war Inhaber von über zwei Dutzend Patenten.

Moogs Instrumente waren von Anfang an besonders bei Rockmusikern beliebt und so ging der von musikalischen Dünkeln völlig freie Moog auf die Wünsche etwa von Keith Emerson und Rick Wakeman ein und modifizierte die Synthesizer nach deren Angaben. Der Nebeneffekt war, dass Synthesizer zu Tasteninstrumenten und von den Komponisten der Kunstmusik weitgehend ignoriert wurden.

Weblinks

http://www.bobmoog.com (Offizielle Website des amerikanischen Physikers Robert A. Moog)
http://www.moogfoundation.org (Website der Bob Moog Stiftung)
http://www.till.com/articles/moog/patents.html (Website mit Erläuterung der Patente Robert A. Moogs)