C.F. Martin & Company

C.F. Martin & Company, US-amerikanische Gitarrenbaufirma, 1833 von dem deutschen Gitarrenbauer Christian Friedrich Martin (*1796, †1873) in New York gegründet; Martin verlegte 1839 den Sitz der kurz Martin Guitars genannten Firma nach Nazareth (Pennsylvania), wo sie noch heute ansässig ist. Das Unternehmen betreibt auch eine Produktionsstätte in Navojoa im Mexiko.

Martin wurde in Markneukirchen als Sohn eines Tischlers geboren; sein Vater, der auch Gitarren baute, unterwies ihn im Bau der Instrumente. Später vervollständigte Martin seine Ausbildung in Wien bei dem Gitarrenbauer Johann Georg Stauffer. Aufgrund von Streitigkeiten mit den Zunftorganisationen – die Zunft der Musikinstrumentenmacher wollte es Martin nicht gestatten, als Tischler Musikinstrumente zu bauen und zu verkaufen – wanderte er in die USA aus und eröffnete in New York eine Gitarrenbauwerkstatt, die er wenige Jahre später nach Nazareth verlegte.

Zunächst baute Martin entsprechend seiner Ausbildung Gitarren vom Wiener Typ, wechselte dann aber zum Bau von Instrumenten in spanischer Form. Die Firma ist aber vor allem für ihre mit Stahlsaiten versehenen akustischen Gitarren bekannt, obwohl das Unternehmen neben Gitarren traditioneller Bauart zeitweise auch Mandolinen und elektrische Gitarren im Lieferprogramm hatte. Die elektrischen Gitarren, unter dem Namen Stinger zwischen 1985 und 1996 offeriert, waren in Form und Ausstattung an die Stratocaster-Gitarre der Firma Fender angelehnt und wurden in Korea gefertigt. Da diese Instrumente aber wenig Anklang bei Musikern fanden, beschränkte sich Martin schließlich auf den Bau von akustischen Gitarren.

Die Firma Martin nahm im Laufe ihrer Geschichte erheblichen Einfluss auf den Bau von akustischen Gitarren. Hervorzuheben ist einerseits das schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Firma popularisierte so genannte X-bracing – dabei werden die beiden zentralen Verstärkungsbalken unter der Decke des Instrumentes in X-Form angebracht –, sowie der Durchsetzung der Dreadnought-Gitarren, Instrumente mit relativ großen Resonanzkörpern, die als die typischen »Westerngitarren« gelten. Martin fertigte diese Gitarren ab 1916 zuerst als Auftragsarbeit für die Oliver Ditson Company, die die Instrumente ihrem Namen in New York und Boston verkaufte. Erst 1931 nahm Martin die Produktion von Dreadnought-Gitarren unter eigenem Namen auf. Ab 1934 erhielten die Modelle D-28 und D-18 Korpus, die anstatt am 12. Bund erst am 14. Bund des Griffbretts ansetzten, eine Bauart, die für Westerngitarren zum Standard wurde.

Wenn auch umstritten ist, ob Martin das X-bracing als erster im Gitarrenbau anwendete, so nahmen sich diverse andere Gitarrenbauer die Bauweise der Instrumente Martins zum Vorbild; die Firma Gibson entwickelte daraus ihr Double-X-bracing.

Im Laufe der Geschichte des sich nach wie vor im Familienbesitz befindlichen Unternehmens wurden weit über eine Million Gitarren hergestellt. Die robusten und klangschönen Instrumente setzten den Maßstab für akustische Gitarren mit stählernen Saiten und wurden von vielen Country-, Folk- und Rockmusikern verwendet. Instrumente mancher Herstellungsepochen sind sehr selten – so etwa Gitarren der Baujahre 1929 bis 1931 – und deshalb sehr gesucht; auf Auktionen erzielen sie Preise im sechsstelligen Dollarbereich. Am Firmensitz unterhält das sehr geschichtsbewusste Unternehmen ein Museum, das die Firmengeschichte anhand von etwa 200 Instrumenten anschaulich macht.

Literatur

Denyer, Ralph: The Guitar Handbook; London/Sydney 1972/1982, 1990
Evans, Mary Anne/Evans, Tom: Guitars – Music History, Construction and Players: From the Renaissance to Rock; New York/London 1977, 31979
Bacon, Tony: The Ultimate Guitar Book; New York 1991

Internet

www.martinguitar.com (Website der amerikanischen Gitarrenbaufirma C.F. Martin & Company)