Clavia DMI

Clavia DMI, schwedischer Hersteller von Musikinstrumenten mit elektronischer Tonerzeugung, 1983 von Hans Nordelius in Stockholm gegründet; auffälliges Kennzeichen der Firma Clavia sind die in einem kräftigen Rot gehaltenen Gehäuse ihrer Produkte. Grundlegende Produktphilosophie der Firma ist es, traditionelle Instrumente der Rock- und Popmusik wie Synthesizer – auch Modular-Synthesizer –, Hammond-Orgel und E-Pianos mit zeitgemäßer Technik nachzuahmen.

Nordelius baute zunächst einen Drum-Computer, der die Bezeichnung ddrum trug. Nach wenigen Jahren gab er die Produktion dieser durchaus erfolgreichen Instrumente auf und verkaufte Namen wie Technik an den amerikanischen Vertrieb Armadillo Enterprises. Nordelius selbst verlegte sich mit seiner Firma auf den Entwurf und die Herstellung von Tasteninstrumenten, von denen es einige auch in Rack-Versionen gibt.

Zu den von Clavia seit 1995 präsentierten Tasteninstrumenten gehören die der Nord-Lead-Serie – Nord Lead (1995), Nord Lead 2 (1998), Nord Lead 3 (2001) und Nord Lead 4 (2013) –, Nord Modular (1997) und Nord Micro Modular (1997), Nord Modular G2 (2003), der Nord Wave (2007), die Orgeln C1 (2007) und C2 (2009), das Digital-Piano Nord Stage dessen Nachfolger Nord Stage EX und Nord Stage 2 und die Reihe der Nord-Electro-Instrumente.

Bemerkenswert sind die Synthesizer der Firma: Der Nord Modular besteht aus einem Controller mit einer Tastatur von zwei Oktaven, mit der eine Software gesteuert wird, die mit Hilfe eines Computers einen modularen Synthesizer nachahmt. Es können entsprechend der vorhandenen Rechenleistung beliebig viele Module – Oszillatoren, Filter, Verstärker usw. – miteinander kombiniert werden. Anders als herkömmliche, auf Hardware basierende Modular-Synthesizer, die in der Regel monophon ausgelegt sind, ist der Nord Modular fähig, gleichzeitig bis zu 32 Stimmen auszugeben. Clavia stellte auch kleinere Controller ohne Tastatur her.

Der Nord Lead gilt als der erste virtuell-analoge Synthesizer. Darunter ist nicht eine besondere Art der Klangsynthese zu verstehen, sondern die Auslegung der Handhabung und der anvisierte Klang, der dem älterer analoger Synthesizer mit digitaler Klangerzeugung nahe kommen soll: Bereits in den 1980er-Jahren war die Klang-Edition der Synthesizer vieler Firmen nur entweder über besondere Editoren oder aber direkt am Gerät über langwierig abzuarbeitende Tastenfolgen möglich. Daher mieden viele Musiker das Einrichten neuer Klänge und nahmen mit denen der Werkseinstellung vorlieb. Die Nord-Lead-Synthesizer dagegen bieten ein Kontrollfeld mit diversen Tasten und Reglern, mit denen wie bei den früheren Synthesizern direkt in die Klanggestaltung und -veränderung eingegriffen werden kann. Die Tonerzeugung bei den Nord-Leads dagegen erfolgt auf digitalem Weg. Clavia ging auch hier einen besonderen Weg und setzte für die Tonerzeugung einen Digital Signal Processor (DSP) ein, der die Klänge in Echtzeit berechnet und ausgibt. Dabei beruht die Klangerzeugung auf subtraktiver Synthese, der Synthesizer stellt also die bekannten Wellenformen Sägezahn, Rechteck, Sinus und Dreieck zur Verfügung. Im Laufe der Jahre wurden bei den Lead-Synthesizern vor allem die Anzahl der Stimmen erweitert – der Nord Lead 3 kann nach dem letzten Software Update 24 Stimmen gleichzeitig wiedergeben – wie auch die Zahl der Klänge.
Die Synthesizer von Clavia Nord waren und sind besonders bei Musikern beliebt, die sich etwa dem Techno widmen und liefern hier die typischen Klänge. Tatsächlich aber sind die Instrumente sehr vielseitig und können – entsprechendes Wissen über Akustik und Klangaufbau vorausgesetzt – für die Produktion ausgefallener Klänge eingesetzt werden. Ähnlich vielseitig sind auch die Orgeln und Digital Pianos der Firma, die jedes für sich diverse herkömmliche Keyboards ersetzen können. Die Orgel C 2 beispielsweise kann nicht nur die Modelle Hammonds simulieren, sondern auch Instrumente von Vox und Farfisa, daneben aber auch eine Pfeifenorgel.

Weblink

www.nordkeyboards.com (Offizielle Website der schwedischen Firma Clavia DMI)