Fender Musical Instruments Corporation

Fender Musical Instruments Corporation, früher Fender Electric Instrument Manufacturing Company, amerikanischer Hersteller von Musikinstrumenten, insbesondere Gitarren, Bässen und Verstärkern, 1946 von Leo Fender, eigentlich Clarence Leonidas Fender (* 1909, † 1991) in Fullerton, Kalifornien, gegründet; Sitz der Firma, zu der neben Fender auch die Marken Squier, Jackson, Charvel und Gretsch, zeitweise auch Hamer, Tacoma und Guild gehören, ist nunmehr Scottsdale, Arizona. Eigene Produktionsstätten werden auch in Corona, Kalifornien, und Ensenada, Baja California (Mexico), unterhalten; zudem wurden bzw. werden in Japan, Korea, Indonesien, Indien und China Instrumente für das Unternehmen gebaut.

Leo Fender eröffnete 1938 unter dem Namen Fender’s Radio Service eine Reparaturwerkstatt für Radiogeräte und wurde bald auch mit der Aufgabe betraut, Verstärker für Gitarren zu reparieren. So war es ihm ein leichtes, selbst Gitarrenverstärker zu entwerfen und zu bauen, die er zunächst in kleinem Umfang verkaufte. 1945 tat er sich mit »Doc« Kaufman zusammen, um eine Fabrik für die Herstellung elektrischer Gitarren und Verstärker aufzubauen; Kaufman hatte mit dem Gitarrenbauer A. Rickenbacker zusammengearbeitet. Schon 1946 wurde Fender alleiniger Inhaber der Firma, die er nun Fender Electric Instrument Manufacturing Company nannte. 1950 setzte er seine bereits 1943 gefasste Idee, einer Gitarre statt eines eigenen Resonanzkörpers lediglich einen aus einem massiven Holzbrett bestehenden Korpus zu geben, in die Tat um: Gemeinsam mit George Fullerton baute er eine mit zwei Tonabnehmern ausgestattete Solid-Body-Guitar, die er Broadcaster nannte; der Name des mit nur einem Tonabnehmer ausgestatteten Schwestermodells war Esquire. Da die Instrumentenfirma Gretsch die Rechte an dem Namen Broadcaster für sich reklamierte, wurde das Instrument bald in Telecaster umbenannt und wird seitdem unter diesem Namen in zahllosen Ausführungen gebaut. Nach dem Vorbild der Telecaster-Gitarre entwarf Fender 1951 mit dem Precision Bass, einer viersaitigen elektrische Bassgitarre, ein revolutionäres Instrument, das innerhalb kurzer Zeit den Kontrabass aus Country- und Rockmusik verdrängte. Dem mit nur einem Tonabnehmer versehenen Precision Bass folgte 1960 der Jazz Bass, der mit zwei Tonabnehmern ausgestattet war und als Fender Bass in die Geschichte des Instrumentenbaus einging; beide Bässe werden seitdem von der Firma gebaut. Die elektrische Solid Body Guitar schlechthin, die Stratocaster, kam 1954 auf den Markt. Daneben baute Fender Zeit des Bestehens des Unternehmens auch Steel Guitars, Pedal Steel Guitars und Lapsteel Guitars, außerdem akustische Gitarren und Mandolinen. Wie die elektrische Gitarren und Bassgitarren der Firma genießen auch diverse Gitarren- und Bassverstärker nachgerade kultische Verehrung, beispielsweise die »Blackface«- und »Silverface«-Modelle.
Fender erkrankte Mitte der 1960er-Jahre und verkaufte seine Firma 1965 an den Medienkonzern CBS, blieb aber als Berater für CBS aktiv.
1985 kaufte der damalige Leiter der CBS-Musikinstrumente-Abteilung, William C. Schulz (*1926, † 2006) das Unternehmen aus dem Konzern heraus und benannte es in Fender Musical Instrument Corporation um. Unter seiner Leitung konnte die Firma an die frühere Bedeutung anknüpfen und auch der kommerzielle Erfolg blieb nicht aus. Neben Fender gehören unter anderem Squier, Gretsch, Hamer, Tacoma, Jackson, Charvel und Guild zum Portfolio der Firma.
Leo Fender kommt das Verdienst zu, mit seinen Gitarren Telecaster und Stratocaster wie mit seinen Bässen Precision Bass und Jazz Bass die industrielle Herstellung von elektrischen Gitarreninstrumenten begründet zu haben. Er hatte erkannt, dass sich elektrische Gitarren in quasi einzelne Module zerlegen ließen, die in immer neuen Kombinationen von Hals, Korpus, Tonabnehmer und Tonabnehmerzahl eine Vielfalt von Instrumenten ergab. Zudem konnten die Gitarren Fenders leicht von ihren Spielern modifiziert werden, eine Möglichkeit, die beinahe jeder Gitarrist nutzt. Darüber hinaus wurden Leo Fenders Instrumente zum Vorbild für die Instrumente vieler anderer Firmen. Da Fender seine Gitarren als Industrieprodukte sah, die entsprechende Erwartungen beim Publikum erfüllen sollten, zudem das Design der Instrumente nur vage an das herkömmlicher Gitarren orientiert war, war die äußere Gestaltung von einiger Bedeutung: Fender ließ die Gitarren und Bässe entweder in der typischen Sunburst-Farbgebung lackieren oder verwendete die Lackfarben jeweils aktueller Automodelle; einige dieser Farben blieben bis in jüngste Zeit im Lieferprogramm der Firma.
Entsprechend der unterschiedlichen Phasen der Unternehmensgeschichte – Pre-CBS, CBS, Post-CBS – ist der Prestigewert der in diesen Zeiträumen gebauten Instrumente unterschiedlich hoch; gesucht sind bei Musikern wie Sammlern die Instrumente der Pre-CBS-Zeit.

Literatur

Duchossoir, A.R.: The Fender Stratocaster; Milwaukee 1988
Bacon, Tony: The Ultimate Guitar Book; New York 1991
Smith, Richard R.: Fender – The Sound Heard ‚round the World; Fullerton (Cla.) 1995; dt.: Fender – Ein Sound schreibt Geschichte; Bergkirchen 1999
May, Carlo: Fenders erstes Casting, in: Stromgitarren; Sonderheft der Zeitschrift Gitarre & Bass Ulm 2004

Weblink

http://www.fender.com/ (Offizielle Website der amerikanischen Gitarrenbau-Firma Fender
http://www.guitarhq.com/fenderc.html (Website mit ausführlichen Informationen zu Gitarren der Firma Fender)