Framus

Framus, deutsches Unternehmen für die Herstellung von Streich- und Zupfinstrumenten, 1946 von Fred Andreas Wilfer (* 1917, † 1996) in Baiersdorf bei Erlangen gegründet.

Wilfer, in Schönbach, heute Luby (Tschechien), geboren, verließ nach dem Zweiten Weltkrieg das Sudetenland und gründete in Baiersdorf unter dem Namen Fränkische Musikinstrumentenerzeugung Fred A. Wilfer KG eine Firma für den Bau und Vertrieb von Zupf- und Streichinstrumenten; die erste Werkstatt der Firma wurde 1948 in Möhrendorf aufgebaut, doch konnte die Produktion schnell ausgeweitet werden, so dass Wilfers Firma schließlich 1954 von Baiersdorf und Möhrendorf nach Bubenreuth verlegt wurde. Wilfer nannte sein Unternehmen nunmehr Framus. Mit mehr als 150 Instrumentenbauern bauten die Framus-Werke nunmehr weit mehr Gitarren als Geigen, aber auch Zithern, Hackbretter, Schlagzeuge und Verstärker. 1967 wurde in Pretzfeld ein weiteres Werk aufgebaut, das bis 1977 bestand.

Mitte der 1970er-Jahre geriet Framus nicht zuletzt wegen der erstarkenden Konkurrenz durch japanische Musikinstrumentenhersteller in wirtschaftliche Schwierigkeiten und ging 1975 in Konkurs.

Hans Peter Wilfer (* 1958), Sohn von Fred A. Wilfer, gründete 1982 in Pretzfeld mit Warwick seine eigene Firma. Warwick, 1995 nach Markneukirchen verlegt, produziert neben elektrischen Bässen und elektrischen Gitarren auch Verstärker, Lautsprecherboxen und Zubehör für elektrische Saiteninstrumente und wurde mit diesem Herstellungsprogramm einer führenden Instrumentenbau-Firmen in Europa. Im Vertrieb der Firma sind Geräte etwa von Digitech, B.C. Rich, Morley und Dunlop. Die knapper kalkulierten Instrumente der Rockbass-Serie lässt Warwick in China bauen, während die hochpreisigen Bässe und Gitarren in Deutschland gefertigt werden. Warwick betreibt auch einen Custom Shop, in dem Instrumente nach individuellen Wünschen gebaut werden.

Seit 1995 verwendet Hans Peter Wilfer wieder den Namen Framus und führte neben den Warwick-Produkten eine zweite Linie ein, wobei unter dem alten Namen eher die Tradition fortgeführt wird. 2007 wurde in Markneukirchen das Framus-Museum eröffnet. Hier werden Instrumente aus allen Produktionsjahren der Firma gezeigt, dabei einen Zeitraum von 1946 bis heute repräsentierend.

Gitarren und Bässe von Framus wurden seit Ende der 1950er-Jahre von einer Vielzahl bekannter Musiker gespielt, darunter Bill Lawrence (Billy Lorento) John Lennon (The Beatles), Bill Wyman (The Rolling Stones), Eberhard Weber, Jan Akkerman (Focus), Andy Cairns (Therapy?), Earl Slick und Geordie Walker (Killing Joke) gespielt. Instrumente der Firma Warwick werden unter anderem von Jonas Hellborg, Marco Hietala (Nightwish), Jäcki Reznicek (Silly), Jack Bruce (Cream), Adam Clayton (U2), Bootsy Collins und Robert Trujillo (Metallica) verwendet.

Neben herkömmlichen Gitarren und Bässen baute Framus auch den ersten elektrischen Kontrabass, der seit 1953 unter dem Namen Triumph-Bass angeboten wurde und von einer Reihe Bassisten zeitweise eingesetzt wurde, so etwa von Charles Mingus, Gary Peacock und Stanley Clarke.

Literatur

Hoyer, Christian: Framus. Built in the Heart of Bavaria. Die Geschichte eines deutschen Musikinstrumentenherstellers; Markneukirchen 2007

Weblinks

www.framus-vintage.de (Offizielle Website zur Geschichte der Firma Framus und den von ihr hergestellten Instrumenten)
www.framus.de (Offizielle Website der Firma Framus International)
www.warwick.de (Offizielle Website der Firma Warwick)