Gibson Guitar Corporation

Gibson Guitar Corporation, amerikanischer Hersteller von Zupfinstrumenten wie Mandolinen, Banjos, Gitarren, elektrischen Gitarren und Bässen sowie Instrumentalverstärkern, 1902 von Orville H. Gibson (* 1856, † 1918) in Kalamazoo (Michigan) gegründet; zum Gibson Konzern, nunmehr in Nashville (Tennessee) beheimatet, gehören auch die Marken Epiphone, Kramer, Dobro und Steinberger sowie der Schlagzeughersteller Slingerland, und die Keyboard-Hersteller Oberheim und Wurlitzer.

Gibson-SG

Gibson SG (Fotolia)

Gibson verließ die von ihm und einigen Teilhabern gegründete Firma bereits 1903. Das Unternehmen konzentrierte sich zunächst auf den Absatz von Mandolinen und konnten mit dem Mandolin-Virtuosen Lloyd Loar (* 1886, † 1943) einen auf diesem Gebiet höchst kompetenten Mitarbeiter gewinnen, der auch Instrumente entwerfen konnte. In den 1920er-Jahren stieg die Nachfrage nach Gitarren, so dass die Produktion von Mandolinen bald in den Hintergrund geriet. Gegen Ende des Jahrzehnts stellte Gibson, wie die Firma kurz genannt wurde, Versuche mit elektromagnetischen Tonabnehmern an: Diese Versuche ergaben die erste serienmäßig mit einem Tonabnehmer versehene Gitarre, die ES 150; ES steht für Electric Spanish und tatsächlich war diese Gitarre im Prinzip eine akustische Gitarre. Die ES 150 wurde unter anderem von dem Jazzgitarristen Charlie Christian popularisiert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war die Gibson Guitar Company aus praktischen Gründen eine Kooperation mit der Instrumentenfirma Chicago Musical Instruments Co. eingegangen. CMI seinerseits wurde 1969 von dem Konzern Norlin Industries übernommen. Norlin behielt Gibson bis Mitte der 1980er-Jahre. Unter der Prämisse der Gewinnmaximierung hatte in dieser als »Norlin-Ära« in die Geschichte des Unternehmens eingegangene Zeit das Ansehen der Firma unter Musikern erheblich gelitten. Die Qualität der Verarbeitung der Instrumente hatte stark nachgelassen und konnte sich, erst recht aufgrund der georderten hohen Preise, nicht gegen die auf dem Markt äußerst erfolgreichen Instrumente aus japanischer Fertigung behaupten. Seit 1986 leitet Henry E. Juskiewicz die Firma. Die neue Geschäftsleitung besann sich auf die alten Qualitäten der Firma und überarbeitete das Programm. Nunmehr werden besondere Instrumente in einem Custom Shop gebaut, unter dem Namen Gibson gibt es die Klassiker der Firma in hoher Qualität, und der Name Epiphone steht für Kopien früherer Instrumente Gibsons, teils auch in modernen Designs, zu günstigen Preisen.

Der Name Gibson ist eng mit einigen Neuerungen im Gitarrenbau verbunden, die auch von anderen Gitarrenherstellern übernommen wurden. Dazu gehört beispielsweise der so genannte Truss Rod, ein Stahlstab im Inneren des Gitarrenhalses, der eine genaue Einstellung der Halskrümmung erlaubt. Gibson stellte die Archtop-Gitarren vor, Instrumente, in denen Bauweisen von Streichinstrumenten auf den Gitarrenbau angewendet wurden, wie eben gewölbten Decken und Böden und f-Schalllöcher. In jüngster Zeit stellte Gibson mit der Robot eine Variante der Les-Paul-Gitarre vor, die ihre Stimmung selbst prüft und gegebenenfalls selbst mittels motorisierter Stimmmechaniken nachstimmt.

Gibson-Flying-V

Elektrische Gitarre in Form der Flying V (Fotolia)

Gibson baut elektrische Gitarren jeglicher Konstruktion, also Vollresonanz-, Halbresonanz- und Solid Body-Gitarren. Die erste von Gibson hergestellte Soldi-Body-Gitarre war die von dem Gitarristen Les Paul entworfene Gitarre, die als »Les Paul« in die Geschichte des Gitarrenbaus einging. Diese Gitarre spielt bei Gibson die Rolle, die die Stratocaster bei Fender ausfüllt. Die Gitarre, in diversen Variationen, im Prinzip aber unverändert bis heute gebaut, wurde beinahe von jedem Gitarristen schon einmal gespielt. Ende der 1950er-Jahre wurden diese Gitarren mit Humbucker-Tonabnehmern ausgestattet, die unter der Bezeichnung PAF eínen Standard für Humbucker Pick-ups setzten. Weitere bekannte Gitarren Gibsons sind etwa die ES175, ES 335, die SG, die Melody Maker, die Flying V, die Firebird und die Explorer. Die von Gibson gebauten Bässe waren weiter weniger beliebt als die Gitarren, obwohl für einige an das Design der Gitarren übernommen wurde; von einigem Renommee ist der Thunderbird-Bass, der gegenwärtig im Programm der Marke Epiphone ist.

Eng verbunden mit den Instrumenten der Firma sind Namen wie B.B. King, Chuck Berry, Alvin Lee, Steve Howe, Johnny Winter, Jimi Hendrix, Angus Young, Frank Zappa, Jimmy Page, Gary Moore, Slash, Eric Clapton, Peter Frampton – neben zahllosen anderen.

Literatur

Bacon, Tony: 50 Years of Gibson; Milwaukee 2002
Bacon, Tony/Hunter, Dave: Totally Guitar – Teh definitive Guied; London 2004
Diverse: Stromgitarren; Ulm 2004

Weblink

http://www2.gibson.com/ (Offizielle Website der amerikanischen Musikinstrumentenherstellers Gibson Guitar Corporation)