G&L Musical Instruments

G&L Musical Instruments, amerikanischer Hersteller von elektrischen Gitarren und Bässen,1979 von Leo Fender (* 1909, † 1991, George Fullerton (* 1923, † 2009) und Dale Hyatt (* 1925, † 2013) in Fullerton, Kalifornien gegründet; der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen von Fullerton und Fender zusammen.

Nachdem Fender 1965 seine unter eigenem Namen geführte Firma 1965 an CBS verkauft hatte, hatte er nach einer Karenzzeit von einigen Jahren 1972 gemeinsam mit Tom Walker die Firma Tri-Sonic gegründet, die bald in Music Man umbenannt worden war. Nach einem schon länger schwelenden Streit mit der Leitung des Unternehmens verließ er 1980 Music Man und widmete sich dem zuvor schon gegründeten Firma G & L.
Die bei G&L gefertigten elektrischen Gitarren und Bässe unterscheiden sich prinzipiell nicht von den Instrumenten der Firma Fender und Music Man. Fast durchweg sind es Solidbody-Instrumente mit an den Korpus geschraubten Hals; Fender behielt also auch bei diesen Firmen die von ihm ersonnene modulare Bauweise seiner ersten Gitarren und Bässe bei. Im Detail allerdings brachten Fender und Fullerton im Laufe weniger diverse Neuerungen und Verbesserungen in die elektrische und mechanische Ausstattung ihrer Gitarren ein, so etwa die auf einem keramischen Stabmagneten mit Eisenkernpolen basierenden Magnetic-Field-Design-Tonabnehmer, das Dual-Fulcrum Vibrato, die G&L-Saddle-Lock-Bridge, zeitweise auch die so genannte Tilt Neck Mechanism und den Bi-cut Neck.
Die Instrumente von G&L galten ihrerzeit als technisch solider als die von Fender, aber nicht ganz so hochpreisig wie die von Music Man. In ihrem Äußeren ähnelten sie stark den Telecaster- und Stratocaster-Gitarren, den Precision- und Jazz-Bässen, wenn auch die Kopfplatte eine deutlich andere Form aufwies und auch die Korpusform sich jeweils von Fender-Gitarren ein wenig unterschied. Keines der Instrumente von G&L erreichte allerdings ein solches Renommee wie die bekannten Fender-Gitarren, und selbst Music Man hatte wenigstens mit dem Stingray-Bass einen Klassiker im Programm. Zu den von G&L hergestellten Instrumenten zählen die Gitarren ASAT Classic – eine an die Telecaster angelehnte Gitarre, die es auch mit einem Semi-Hollow-Body gibt –, die Bluesboy, die Broadcaster, Comanche, Invader, Legacy und Rampage, bei den Bässen den ASAT Bass, JB-2, JB Bass, die L- und M-Modelle, früher auch den Climax Bass, den Interceptor Bass, den Lynx Bass und weitere Modelle, die sich meist nur in Saitenzahl und Pickup-Bestückung unterscheiden. 2003 brachte G&L mit der Tribute-Serie preisgünstigere Neuauflagen vieler ihrer Gitarren und Bässe auf den Markt. Jüngere Serien sind die Black IceZu den Musikern, die G&L-Instrumente spielten bzw. spielen, gehören neben anderen Carl Perkins, Peter Frampton, Tom Hamilton von Aerosmith, Jerry Cantrell, Peter Green, Mike Procaro, Neal Schon, Glen Campbell und Francis Rossi von Status Quo.
Nach dem Tod Leo Fenders ließ seine Witwe Phyllis G&L Musical Instruments von dem Unternehmen BBE Sound führen; George Fullerton blieb bis zu seinem Tod als Berater für G&L aktiv. Phyllis Fender erhielt den Titel »Honorary Chairman of G&L«.


Literatur

Bacon, Tony: The Ultimate Guitar Book; New York 1991
Bacon, Tony/Hunter, Dave: Totally Guitar – The Definitive Guide; London 2008


Weblink

http://www.glguitars.com (Offizielle Website von G&L, amerikanischer Hersteller von elektrischen Gitarren und Bässen)