Gottfried Silbermann

Silbermann, Johann Gottfried, deutscher Orgel– und Klavierbauer, * Kleinbobritzsch (Sachsen) 14.1. 1683, † Dresden 4.8. 1753

Gottfried Silbermann folgte 1701 – nach anderen Quellen 1702 – seinem Bruder Andreas nach Straßburg, um bei ihm eine Ausbildung zum Orgelbauer aufzunehmen. 1710 kehrte er nach Sachsen zurück und eröffnete 1711 in Freiberg eine Orgelbauwerkstatt; in Freiberg baute er dann auch die Orgel im Dom St. Marien.

Bis zu seinem Tod hat Gottfried vermutlich 51 Orgeln gebaut, von denen allerdings nur 46 als aus seiner Hand stammend nachweisbar sind. Für seine Instrumente übernahm er, inspiriert durch die Ausbildung bei seinem Bruder, Elemente des französischen Orgelbaus, die er allerdings im Laufe seiner Tätigkeit nach und nach veränderte. Seine Reputation als Orgelbauer war bereits nach wenigen Jahren so groß, dass er 1723 das Privileg des »Sächsischen Königlichen Hoff- und Land-Orgel-Bauers« erhielt. Silbermann galt als äußerst geschäftstüchtig: Für sein Cembal d’amour wurde ihm eine Schutzfrist von 15 Jahren eingeräumt, und den bei ihm ausgebildeten Orgelbauern verbot er, sich als selbständige Orgelbauer in Sachsen niederzulassen.

In Fragen des Orgelbaus war Silbermann konservativ und lehnte etwa die von J.S. Bach favorisierte gleichschwebend temperierte Stimmung ab. Andererseits bemühte er sich ab etwa 1730 sehr um das seinerzeit in Sachsen gerade erst bekannt gewordene Hammerklavier und baute zahlreiche Instrumente.
Gottfried Silbermann ist eine zentrale Figur des Orgelbaus überhaupt und seine Orgeln wurden, besonders im Zuge der Deutschen Orgelbewegung, zum Maßstab für nachfolgende Generationen von Orgelbauern. Zu den von ihm gebauten Instrumenten gehören die Orgeln im Dom zu Freiberg (1710-1714), in St. Georg in Pfaffroda (1715), in der Sophienkirche in Dresden (1720), in der Dorfkirche in Reinhardtsgrimma (1729-1731), in der Frauenkirche in Dresden (1736) und in der Hofkirche in Dresden (1755), die von seinem Schüler Zacharias Hildebrandt vollendet wurde.