Grotrian-Steinweg

Grotrian-Steinweg, deutsche Klavierbaufirma, 1835 von Heinrich Engelhard Steinweg (* 1797, † 1871) in Seesen gegründet; nach dem Wechsel der Firma nach Wolfenbüttel 1855, beteiligte sich Friedrich Grotrian an dem Unternehmen, das seitdem den Namen Grotrian-Steinweg trägt.

Heinrich Engelhard Steinweg hatte 1835 eine eigene Klavierbauwerkstatt in Seesen gegründet, übergab diese aber 1850 an seinen Sohn Carl Friedrich Theodor Steinweg (* 1825, † 1889) und wanderte mit seinen anderen Söhnen nach New York in die USA aus; dort gründete er die Firma Steinway & Sons.
1855 wechselte C.F.T. Steinweg mit seiner Firma zunächst nach Wolfenbüttel. Hier lernte er den Musikalienhändler und Inhaber einer Klavierbauwerkstatt Friedrich Grotrian (* 1803, † 1860) kennen; Grotrian wurde Teilhaber der Firma, die 1859 ins benachbarte Braunschweig verlegt wurde. Nach dem Tode Friedrich Grotrians übernahm 1865 dessen Sohn Wilhelm Grotrian (* 1843, † 1917) Steinwegs Anteile an der Firma. Steinweg trat noch im selben Jahr in das Unternehmen seines Vaters in New York ein. Der Name wurde zunächst in C.F.T. Steinweg Nachf. geändert, erst später, nach Jahrzehnten Streitigkeiten mit Steinway & Sons in Grotrian-Steinweg.
Das Unternehmen hatte sich von Anfang an einen Namen machen können und wuchs schnell; vor dem Ersten Weltkrieg betrug die Zahl der bei Grotrian-Steinweg Beschäftigten 550 und erhöhte sich auch nach dem Krieg. 1890 waren die Söhne Wilhelm Grotrians, Kurt Grotrian und Willi Grotrian, als Teilhaber in die Firma gekommen. 1919 nahm die Familie Grotrian den Namen Grotrian-Steinweg an. Filialen der Firma gab es nun in Hannover, Berlin, Königsberg, Düsseldorf und Leipzig; in Leipzig wurde das Grotrian-Steinweg-Orchester gegründet.
Nach dem Tode Kurt Grotrians 1929 und seines Bruders Willi 1931 übernahmen Erwin und Helmut Grotrian-Steinweg das Unternehmen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Klavierbau weitgehend eingestellt, die Firma arbeitete für die Kriegsindustrie. 1944 wurden die Gebäude der Firma in Braunschweig völlig zerstört; auch der Grotrian-Steinweg-Konzertsaal fiel den Bomben zum Opfer. 1948 konnte Grotrian-Steinweg die Produktion von Klavieren und Flügeln wieder aufnehmen.
Eine Besonderheit der Instrumente von Grotrian ist die Kreuz- oder Sternrast. Bei dieser Konstruktion überkreuzen sich die Diagonalbalken der Rast in einem gemeinsamen Mittelpunkt. Die Idee wurde von einigen anderen Herstellern übernommen. Die Firma gründete 1954 den Grotrian-Steinweg-Klavierspielwettbewerb.



Weblink

http://www.grotrian-steinweg.de (Offizielle Website der deutschen Klavierbaufirma Grotrian-Steinweg)