Hamer Guitars

Hamer Guitars, amerikanischer Hersteller von elektrischen Gitarren und Bässen, 1973 von Paul Hamer, Jol Dantzig und John Montgomery in Chicago (Illinois) gegründet.

Hamer, Dantzig und Montgomery betrieben in Chicago einen Gitarren-Laden und setzten 1973 die Idee, nach eigenen Vorstellungen entworfene Gitarren zu bauen, in die Tat um. Wie viele Gitarrenbauer orientierten sie sich zunächst an den Modellen der großen Hersteller, legten aber größten Wert auf handwerkliche Perfektion. Hamer und Montgomery hatten zuvor schon in ihrem Laden in Wilmette ein wenig Erfahrung im Handel mit alten Gitarren und im Bau und Vertrieb eines eigenen Basses in Form der Gibson Flying V sowie einer Kopie der Explorer-Gitarre gesammelt. 1976 etablierten Hamer, Dantzig und Montgomery zusammen mit James Walker ihre Firma unter dem Namen Hamer Guitars. Kunden für ihre an bekannte Modelle angelehnten, aber von Hand gebauten und in vielen Details verbesserten Instrumente fanden sie unter den Gitarristen bekannter Bands wie Kiss, Wishbone Ash, Jethro Tull, Bad Company und Savoy Brown. 1977 weiteten sie die Produktion aus, sieben Mitarbeiter stellten pro Woche ein knappes Dutzend Gitarren her, inzwischen ein eigenes Modell, dass den Namen »Sunburst« trug. Rick Nielsen von Cheap Trick fand Gefallen an Hammer-Gitarren und popularisierte sie bei einem größeren Kreis von Musikern. Ab 1978 baute Frank Untermyer das internationale Geschäft auf, so dass die Firma 1980 in einem Vorort von Chicago größere Räume beziehen musste. Das Angebot von Hamer Guitars war gewachsen, die Modellreihen jener Jahre waren die Special, der Cruisebass, die Blitz und die Phantom. Hatte Hamer früher schon mit der Vertriebs-Firma Kaman Music zusammen gearbeitet, so kaufte Kaman Hamer Guitars im Jahre 1988. 1987 hatte Namensgeber Hamer seine Firma verlassen.
Kaman richtet die Firma neu aus. Da Hamer im Massenmarkt, der von amerikanischen und japanischen Firmen dominiert wurde, ohnehin unterlegen war, sah man die Zukunft in sorgfältig gebauten Instrumenten, die im Segment der hochpreisigen Gitarren reüssieren und auch das Interesse von Sammlern wecken sollten. 2007 übernahm Fender Kaman und damit auch Hamer Guitars. In der Folge begann das langsame Sterben der Firma: Bis 2012 verließen sowohl Dantzig als auch Untermyer das Unternehmen, das im Frühjahr 2013 von Fender geschlossen wurde. Dantzig baut unter eigenem Namen weiterhin Gitarren.
Hammer Guitars hat einige Trends im Design und Bau von elektrischen Gitarren gesetzt, die später völlig gängig wurden. Als erste Firma versah Hamer Gitarren mit schwarzer Hardware, bot als erste die grafische Gestaltung von Korpus-Oberflächen an, offerierte als erste individuelle Designs für Serienmodelle, baute als erste das Floyd-Rose-Vibratosystem in ihre Gitarren ein und stellte als erste eine zwölfsaitige Bassgitarre serienmäßig her. Zuletzt baute Hamer mehrere Modelle, die Namen wie Monaco, Special, Standard, Sunburst und Vector trugen.


Weblink

http://hamerguitars.com (Offizielle Website des amerikanischen Gitarren-Herstellers Hamer Guitars)
http://www.dantzig.com (Offizielle Website des amerikanischen Gitarrenbauers Jol Dantzig)