Hayman Drums

Hayman Drums, britischer Hersteller von Drum Sets, 1968 von Ivor Arbiter nach Zukauf der Firma John E. Dallas & Sons Ltd. in London gegründet.

Ivor Arbiter war in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre mit dem Import von amerikanischen Musikinstrumenten, darunter Drum-Sets von Ludwig und Gretsch, sehr erfolgreich gewesen und sah in dem Kauf der 1875 gegründeten Firma Dallas die Möglichkeit, mit den amerikanischen Produkten in Konkurrenz zu treten. Dallas hatte 1935 eine Serie von Schlaginstrumenten aufgelegt, die unter dem Namen Carlton verkauft wurden, mit deren Herstellung aber die britische Schlagzeug-Firma Premier beauftragt wurde. Ivor Arbiter verband für die Drum-Produktion die Namen zu Dallas-Arbiter, verkaufte die Schlagzeuge aber unter dem Namen George Hayman. Der Name war eine Fiktion und von Arbiter einfach nach dem Namen eines seiner Mitarbeiters erfunden worden; der Mitarbeiter hieß eigentlich George Haymon. Auf den ersten Drum Sets, die von 1969 an angeboten wurden, stand dann auch der Name George Hayman – er sollte solide Handwerkskunst suggerieren -, später wurde die Bezeichnung aber auf Hayman gekürzt. Arbeiter sah die unter Hayman produzierten Drums weniger als Konkurrenz zu den USA-Produkten, sondern zu Premier, und übernahm deshalb einige Details von Trommeln der Firmen Ludwig und Way.
Im Vorfeld der Präsentation der Hayman-Drums hatte Arbiter sowohl den Schlagzeuger Mitch Mitchell von der Jimi Hendrix Experience wie auch Brian Davison von der damals überaus erfolgreichen britischen Gruppe The Nice gewinnen können; Mitchell präsentierte das »Midnight Blue Big Sound«-Kit, Davison das »Gold Ingot Recording«-Kit.
Die Trommeln Haymans orientierten sich in ihrer Machart an den Instrumenten von Ludwig und Camco. Die aus gesperrtem Holz (vier Schichten) waren innen mit Verstärkungsringen (Reinforcement Rings) versehen worden, die Kessel aus Birkenholz innen mit mehreren Schichten eines weißen Lacks überzogen; der mit Fantasie gesegnete Arbiter gab dieser Lackschicht die Bezeichnung »Vibrasonic«. Beliebt bei Drummern waren auch die innovativ konstruierten Speedamatic-Fußmaschinen. Auffallend war die von den Sets produzierte Lautstärke, die die der amerikanischen Instrumente in den Schatten stellte.
Arbiter wusste um die Bedeutung der Endorser im Bereich des Instrumentenverkaufs und hatte bald etwa Aynsley Dunbar (Frank Zappa, Journey), Jon Hiseman (Colosseum), Ronnie Verrell (Muppet Show) und John Marshall ( Soft Machine) unter Vertrag. Aber auch andere namhafte britische Schlagzeuger bevorzugten die auch optisch auffälligen Instrumente der Marke Hayman, so Ric Parnell (Atomic Rooster), Michael Giles (King Crimson), John Wilson (Taste), Bill Bruford (Yes), Jim Capaldi (Traffic) und Rob Townsend (Family).
Bereits 1975 beendete Arbiter seine Engagement bei Dallas und damit auch die Existenz der Schlagzeugmarke Hayman. Die noch lagernden Hardware-Teile wurden verkauft und tauchten später an Staccato-Drums wieder auf, der Name selbst wurde in den 1980er-Jahren noch einmal für aus Taiwan importierte Drum Sets reaktiviert, mit äußerst geringem Erfolg.
Seit 2010 versuchen Martin Costello, Keith West und Bob Henrit, der Marke neues Leben einzuhauchen: Costello war Manager bei Complete Music, einem Musikverlag, Keith West – einst Sänger des Hits »Excerpt from a Teenage Opera« (1967) – leitete das Marketing bei Burns Guitars und Bob Henrit hatte noch Verbindungen zu früheren Hayman-Mitarbeitern. Der Entwurf eines neuen Schlagzeugs, das dann von Taye in Taiwan gefertigt wurde, basiert in einigen Details auf den traditionellen Drum Sets Haymans. So werden auch die neuen Trommeln innen mit dem Vibrasonic-Lack – nunmehr auf Polyurethan-Grundlage – überzogen. Anders als früher, sind die Instrumente der neuen Linie aber eher auf die Bedürfnisse des ambitionierten Amateurs und den semiprofessionellen Bereich ausgerichtet.



Weblink

http://www.haymandrums.com/ (Offizielle Website von Hayman Drums, britischer Hersteller von Drum Sets)