Hoyer Guitars e.K.

Hoyer Guitars e.K., deutsche Firma für den Bau von Zupfinstrumenten, insbesondere Gitarren, 1874 von Franz Hoyer in Schönbach im Egerland (heute Tschechien) gegründet; der Sitz der Firma befindet sich heute in Dorsten.

Franz Hoyer baute in seiner Werkstatt in Schönbach zunächst Lauten und Zithern, dann auch Gitarren, von der einfachen Wandergitarre bis zur Konzertgitarre. Der Betrieb wurde von seinem Sohn Joseph, dann von dessen Sohn Arnold weitergeführt. 1945 verlegte Hoyer nach der Vertreibung der Deutschen aus dem Egerland den Sitz der Firma nach Erlangen. Arnold Hoyer legte noch in den 1940er-Jahren den Schwerpunkt der Produktion verstärkt auf den Bau von so genannten »Schlaggitarren«, darunter eine in Schwarz und Weiß gehaltene Gitarre namens »Herr im Frack«; Hoyer bereits 1948 einen eigenen Katalog heraus. Der Erfordernissen der Zeit folgend wurden diese Instrumente im Laufe der 1950er-Jahre mit Tonabnehmern ausgestattet, in der Folge wurden elektrische semiakustische und schließlich auch, ab 1962, Solid-Body-Gitarren angeboten; die erste Solid-Body-Gitarre der Firma war das schlicht »29« genannte Instrument.

1967 starb Arnold Hoyer und sein Sohn Walter A. Hoyer übernahm die Firma. Mittlerweile baute Hoyer ausschließlich Western-Gitarren und elektrische Gitarren. Walther A. Hoyer führte die Firma bis 1977, sie ging an neue Eigentümer (Pellarin), die die Produktion fortsetzten; in diese Zeit fiel die Herstellung von hochwertigen Instrumenten wie die der Gitarre Black Lady – häufig von Peter Maffay gespielt – und des Basses Taurus, den es mit verschiedenen Tonabnehmer-Ausstattungen zu kaufen gab. Dennoch standen diese Instrumente im Schatten der in den 1980er-Jahren sehr gefragten japanischen und US-amerikanischen Gitarren, so dass Hoyer 1987 vom Markt verschwand.

Der Markenname Hoyer wurde in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre von einem in Köln ansässigen Musikinstrumente-Großhändler übernommen, der den Namen auch für in Spanien, Tschechien und verschiedenen Ländern in Asien gebaute Instrumente verwendete.

2005 sichert sich Michael Compernaß, Eigentümer der Firma AMC compernass music trade, die Rechte am Namen Hoyer, benannte die neue Firma in Hoyer Guitars e.K. um und richtet die Produktion neu aus. Hergestellt wurden die Gitarren nunmehr wieder in Deutschland, teils die traditionellen Modelle, teils neu entworfene. 2009 veräußerte Compernass den Namen Hoyer an die britische Ritter Brands Ltd., blieb selbst aber in der Produktionsplanung der Firma aktiv; Hoyer Guitrs e.K. blieb weiterhin Gesamthersteller der Instrumente und besorgte auch den Vertrieb in der Deutschland. 2012 gingen die Markenrechte von Hoyer an die Ritter USA LLC.

Unter der neuen Leitung werden an klassische Gitarren wie Gibson Les Paul, Fender Telecaster und Gibson Flying V angelehnte Modelle, durchweg aber mit durchgehendem Hals ausgestattet, ein Markenzeichen der Firma. Auch der Eagle Bass verfügt über einen durchgehenden Hals und ist wie alle Instrumente mit hochwertigen Komponenten ausgestattet.

Im Laufe ihrer Geschichte hat Hoyer – wie die meisten Hersteller von Gitarren – auch einige Kuriositäten im Lieferprogramm gehabt. Dazu zählt beispielsweise die Ende der 1950er-Jahre vorgestellte »Fantastik« – eine akustische Schlaggitarre, die zum Teil aus mehreren längs halbierten Holzröhren als Resonanzkörper besteht – und die »Foldaxe«, eine Gitarre, bei der zwecks besserer Transportierbarkeit der Hals in Richtung Korpus geklappt werden konnte. Unabhängig davon waren die Gitarren Hoyers in den 1950-er und 1960-Jahren stets üppig ausgestattet und stark verziert.

Weblinks

http://www.hoyer-guitars.de (Offizielle Website der Firma Hoyer Guitars e.K.)
http://www.schlaggitarren.de (Website mit Informationen zum Gitarrenhersteller Hoyer und einigen Fotos der von Hoyer hergestellten Instrumente)
http://jazzgitarren.k-server.org (Website mit zahlreichen Fotos von Gitarren, auch von Instrumenten der Firma Hoyer)