Ibach

Stichwort Klavier



Ibach, deutsche Klavierfabrik, eigentlich Rud. Ibach Sohn GmbH & Co. Kg, mit Sitz in Schwelm; älteste Klaviermanufaktur der Welt, 1794 von Johannes Adolf Ibach (* 1766, 1848) als Firma für Klavier- und Orgelbau gegründet; die Firma hatte ihren Sitz seit 1806 in Barmen. J.A. Ibach baute sein erstes Klavier in Beyenburg, übernahm zu dieser Zeit aber auch Aufträge für Bau und Reparatur von Orgeln. Seit 1817 wandte er sich in Barmen zunehmend dem Klavierbau zu. Ab 1839 führte sein Sohn Carl Rudolf Ibach gemeinsam mit seinem Bruder Richard das Unternehmen unter der Bezeichnung Ad. Ibach Söhne fort. In dieser Zeit expandierte das Klavierbauunternehmen und lieferte Instrumente in ganz Deutschland aus. Von 1869 an führte Rudolf Ibach, Enkel des Gründers, die Manufaktur unter dem Namen Rud. Ibach und Sohn fort. In diesem Jahr wurde der Orgelbau ausgegliedert. In den 1870er-Jahren richtete Ibach ein Verkaufslager und eine Tischlerei in Köln ein, später wurde eine komplette Fabrik in Schwelm aufgebaut. Hulda Ibach führte von 1892 an das Unternehmen und konnte aufgrund des Erfolges der Klaviere und Flügel in Berlin eine weitere Fabrik eröffnen. Die Produkte der Firma wurden nunmehr nahezu weltweit verkauft und ausgeliefert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Fabrikationsgebäude in Barmen zerstört, so dass der Hauptsitz 1945 nach Schwelm verlegt wurde. Der Klavierbau selbst konnte aber erst von 1950 an wieder aufgenommen werden. Ibach konnte an den Geschäftserfolg früherer Zeiten wieder anknüpfen, doch gingen die Verkaufszahlen im Laufe der 19780er-Jarhe zurück, so dass in dieser Zeit mit dem koreanischen Konzern Daewoo ein Joint-Venture-Abkommen geschlossen wurde. Dennoch geriet die GmbH in den 1990er-JKahrne zunehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so das die 2004 eingesetzte Geschäftsführerin Sabine Ibach Ende 2007 die Produktion von Klavieren und Flügeln einstellen musste.
Der Name Ibach ist mit einige Neuerungen im Klavierbau verbunden: In den Werkstätten des Unternehmens entstanden beispielsweise das Ibachord, ein Cembalo für große Säle, der Ibach-Welte-Flügel und das Ibach-Welte-Pianino, Instrument mit mechanischer Traktur, die das Abspielen zuvor bespielter Lochpapier-Rollen ermöglichten.



Literatur

Speer, Florian: Rud. Ibach Sohn. Weltälteste Klaviermanufaktur; Erfurt 2006