Jean-Baptiste Vuillaume

Vuillaume, Jean-Baptiste, französischer Geigenbauer, * Mirecourt 7.10. 1798, † Paris 19.3. 1875; Jena Baptiste Vuillaume ist Mitglied einer Familie von Geigenbauern, die das Handwerk seit Mitte des 18. Jahrhunderts betrieben. Weitere bedeutende Geigenbauer der Familie waren Jean-Baptistes Bruder Nicolas-François Vuillaume (* 1802, † 1876) und deren beider Vater Claude Francois Vuillaume II (* 1772, † 1834).

Biografie

Jean-Baptiste Vuillaume lernte den Bau von Violinen, Violen, Celli und Kontrabässen bei seinem Vater. 1818 setzte er bei François Chanot seine Ausbildung fort und arbeitet danach ab 1821 in der Werkstatt des Geigenbauers Joseph Dominique Lete. Gemeinsam mit Lete gründeten Vuillaume 1824 die Geigenbau-Werkstatt Lete et Vuillaume.
Vuillaume fühlte sich Zeit seines Lebens den Instrumenten der Cremoneser Schule verpflichtet und versuchte deren Ideal so nahe wie möglich zu kommen. 1828 eröffnete er unter seinem Namen eine eigene Werkstatt und baute dort alle Instrumente der Violinenfamilie, daneben aber auch Bögen.
Vuillaume, dessen eigene Instrumente bald in ganz Europa gefragt waren, betätigte sich auch als Händler und kaufte 1855 eine Sammlung von italienischen Violinen, zu der auch 24 von Stradivari gebaute Instrumente gehörten. Das genaue Studium dieser Violinen veranlasste ihn, seine ohnehin als Kopien der Instrumente von Stradivari und Guarneri angesehenen Violinen noch genauer den Vorbildern anzugleichen. In den 1860er-Jahren verließen mehr als 3000 Instrumente seine Werkstatt.
Vuillaume hielt enge Verbindung zu Geigern wie Niccolò Paganini, Henri Vieuxtemps, Jean-Delphin Alard, Pablo Sarasate und dem Cellisten Adrien-François Servais, aber auch zu dem Komponisten Hector Berlioz. Zu den Geigern, die Vuillaumes Violinen spielten beziehungsweise spielen gehören neben Paganini dessen Schüler Camillo Sivori, Joseph Joachim, Eugène Ysaye, Jacques Thibaud, Fritz Kreisler, Isaac Stern und Hilary Hahn, aber auch André Rieu; die Jazzbassisten Charlie Haden und John Pattitucci spielen ebenfalls Instrumente von Vuillaume.
Der Name des Geigenbauers ist mit zwei Eigenentwicklungen verbunden, die aus heutiger Sicht kurios wirken: der Kontrabratsche und dem Octobass, ein beinahe vier Meter langer Kontrabass, der von zwei Spielern gehandhabt werden muss.

Literatur

Millant, Roger: J.B. Vuillaume – Der Künstler und seine Werke; London 1972
Thöne, Jost/Greiner, Stefan-Peter: J.B. Vuillaume; Bocholt 1998
Milliott, Sylvette: Jean-Baptiste Vuillaume et sa famille: Nicolas, Nicolas-François et Sébastien; 2006