Karl Höfner GmbH & Co. KG

Karl Höfner GmbH & Co. KG, deutscher Hersteller von Zupf- und Streichinstrumenten , 1887 von Karl Höfner in Schönbach, heute Luby (Tschechien) gegründet; das Unternehmen hat heute seinen Sitz in Hagenau.

Der Geigen- und Gitarrenbauer Karl Höfner hatte seine Firm in wenigen Jahren zu einem der führenden deutschen Hersteller von Streich- und Zupfinstrumenten ausbauen können. Nach der Wende zum 20. Jahrhundert begann Höfner auch mit dem Bau von verschiedenen Gitarren, von der einfachen Wandergitarre bis zum Konzertinstrument. 1919 trat Karl Höfners Sohn Josef, 1921 sein zweiter Sohn Walter in das Unternehmen ein, das sich bis zu den 1930er-Jahren als größter deutscher Hersteller von akustischen Gitarren etablieren konnte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Flucht aus der damaligen Tschechoslowakei eröffnete Höfner in Bubenreuth, Mittelfranken, ein neues Werk. In den 1950er-Jahren kamen zu den akustischen Instrumenten auch elektrische, so eine elektrische Bassgitarre, die Walter Höfner 1955 entworfen und auf der Musikmesse Frankfurt 1956 vorgestellt hatte. Das Instrument, vage angelehnt an einen älteren ähnlichen Bass der amerikanischen Firma Gibson (EB-1), hatte einen Korpus in der stark verkleinerten Form eines Kontrabasses Walter Höfner hatte Elemente des Violinbaus und des Gitarrenbus mitein0ander gemischt: Der Korpus war größtenteils hohl, mit f-Löchern versehen, der Hals eingeleimt und mit Bünden versehen.
Das Renommee, das sich die Firme im Laufe der 1960er-Jahre erarbeiten konnte, beruht auf diesem Bass. Paul McCartney, damals Gitarrist der jungen britischen Beat-Band The Beatles, sah sich von seinen Band-Kollegen John Lennon und George Harrison gezwungen, für den früheren Bassisten der Band, Stu Sutcliff, den Bass zu übernehmen. In einem Hamburger Musikgeschäft sah er 1961 den Höfner 500/1, der aufgrund seiner symmetrischen Form ihm als Linkshänder entgegenkam; seinerzeit gab es noch keine serienmäßig hergestellten elektrischen Instrumente. Durch die Karriere der Beatles wurde auch der Höfner 500/1 Violinbass weltbekannt, außerhalb deutschsprachiger Länder als Hofner 500/1, vielen unter dem Namen »Beatle-Bass«.
1994 kaufte der Musik-Konzern Boosey & Hawkes die Firma Höfner und verlegte die Produktion – nach wie vor baute Höfner nahezu die gesamte Palette von Zupf- und Streichinstrumenten – nach Hagenau. Als Boosey & Hawkes 2003 den Zweig der Musikinstrumentenherstellung ausgliederte, gehörte auch neben etwa Keilwerth (Saxofone), Besson (Blechblasinstrumente) und Buffet Crampon (Holzblasinstrumente) auch Höfner zu diesen Firmen, bis 2005 die Manager der Firma Höfner, Klaus Schöller und Ulrike Schrimpff das Unternehmen aus der Music Group herauskauften und seitdem unter dem amen Karl Höfner GmbH & Co. KG weiterführen.
Unter den neuen Eigentümern verfolgt die Firma eine zweigleisige Strategie: Einerseits werden weiterhin hochwertige Instrumente in Deutschland gefertigt. Daneben gibt es aber andererseits eine Reihe von Höfner-Instrumenten, die – quasi als eine Art Eigenkopie – in China hergestellt werden und zu einem günstigen Preis angeboten werden können. Dazu gehört auch der Violinbass.



Weblinks

http://www.hofner.com/ (Website des deutschen Instrumentenherstellers Höfner)
http://www.vintagehofner.co.uk/ (Website mit zahlreichen Informationen und Fotos zu Instrumenten Höfners)