Kurzweil Music Systems

Kurzweil Music Systems, US-amerikanischer Hersteller von Synthesizern, Stage-Pianos mit digitaler Klangerzeugung und Digital-Pianos, 1982 von Raymond Kurzweil (* 1958) gegründet; Kurzweils Firma wurde 1990 vom koreanischen Konzern .Young Chang übernommen, der seinerseits seit 2006 zum Hyundai-Konzern gehört. Kurzweil blieb in dem Unternehmen und nimmt seit 2007 eine leitende Stellung ein.
Raymond Kurzweil hatte in der Entwicklung von Lesemaschinen für Blinde gearbeitet und sah die Möglichkeit, verschiedene in diesem Bereich gängige Verfahren auf die Auslegung von Musikinstrumenten mit elektronischer Tonerzeugung anzupassen und zu übertragen. Bereits 1983 stellte er mit dem K250 den ersten, nach diesen Ideen konstruierten Synthesizer vor, der nicht zuletzt auf Anregung von Stevie Wonder besonders in der Nachahmung des Klanges eines konventionellen Flügels überzeugte – Wonder benutzte auch eine der von Ray Kurzweil mit entwickelten Lesemaschinen. Gerade der für die 1980er-Jahre äußerst authentische Klavierklang zog das Interesse vieler Keyboard-Spieler an, war es mit den Instrumenten Kurzweils doch endlich möglich, ein gemessen am konventionellen Flügel sehr überzeugendes Instrument zur Verfügung zu haben. Noch war es ein Nachteil des K250, dass er nur 12-stimmig ausgelegt war, doch wurde dieser Nachteil in den folgenden Jahren durch die Geräte der 2000er-Serie – K2000, K2000VP, K2500, K2600 und K 2661 – sukzessive behoben, bis Kurzweils Instrumente veritable Synthesizer mit einem exzeptionell guten Klavierklang geworden waren.
Ray Kurzweil hatte für seine Keyboards auf eine von ihm erdachte Synthese-Art von Klängen gesetzt, die er Variable Architectur Synthesis Technology, kurz V.A.S.T-Synthese nannte. Grundsätzlich beruht diese Synthese auf Samples, zusätzlich gibt es aber eine auf digitalen Signalprozessoren beruhende Tonerzeugung. Die Samples werden der Tastatur zugeordnet und ergeben zusammen mit nachfolgenden, durch den DSP errechneten Algorithmen zu so genannten Layern kombiniert. Layer wiederum können zu so genannten Programmen zusammengestellt werden, die dann den eigentlichen, endgültigen Klang ergeben.
Aus der K2000er-Reieh wurde Ende der 1990er-Jahre die PC-Serie generiert. Im Grunde entsprachen diese Instrumente den K2000ern, doch ist es mit ihnen nicht möglich, selbst Samples zu erzeugen und zu speichern. Dafür waren die Möglichkeiten, via MIDI andere Klang-Module zu steuern, stark ausgebaut worden, und insbesondere die Keyboards, die mit einer 88 Tasten umfassenden Tastatur ausgestattet waren, erfüllten alle Forderungen, die Musiker an Masterkeyboards wie an Workstations stellen konnten. Der mit einer 88 Tasten umfassenden Tastatur ausgestattete PC3X etwa hält über 1000 Klänge (Programme) bereit, enthält eine Imitation einer Hammond-Orgel und einen Sequencer, so dass allein mit diesem Gerät die Durchführung vollständiger Musikproduktionen möglich ist.
Besonders wegen ihres exquisiten Klavierklangs wurden und werden die Instrumente Kurzweils von vielen eher pianistisch orientierten Musikern verwendet, so etwa von Tori Amos, Amanda Palmer (Dresden Dolls), Guy Baylon, Billy Joel, Brent Mydland, Keith Emerson, Richard Wright, Thomas Andersen (Gazpacho), Stevie Wonder und Vangelis.
Zum Selbstverständnis der Firma gehört es, dass auch ältere Synthesizer von Zeit zu Zeit mit neuen Versionen des Betriebssystems versehen werden können. Häufig sind dann etwa auch neue Programme verfügbar, 2012 kamen für die PC-Serie etwa sieben Akkordeon-Klänge hinzu.


Weblink

http://www.kurzweil.com (Ofizielle Website des US-amerikanischen Synthesizer-Herstellers Kurzweil)