Leichamschneider

Leichamschneider, aus Osterberg bei Memmingen stammende Familie von Blechblasinstrumentenmachern; die Familie war im 17. und 18. Jahrhundert in Wien ansässig und brachte mit den Brüdern Michael (* 1676, † nach 1746) und Johannes (* 1679, † nach 1725) ihre für den Instrumentenbau bedeutendsten Mitglieder hervor.

Zwar wurden in der Werkstatt der Brüder Leichamschneider eine Vielzahl von Blechblasinstrumenten gebaut – die Werkstatt belieferte auch den österreichischen Hofes –, doch ist der Name Leichamschneider vor allem mit der Weiterentwicklung des Waldhornes verbunden. Etwa um 1700 fügte Michael Leichamschneider in die Röhre des Waldhornes einen unmittelbar auf das Mundrohr folgenden Stimmbogen ein und ebnete damit dem Instrument den Weg in das spätbarocke Orchester. Durch den Wechsel des Stimmbogens wird die Grundstimmung des Instrumentes verändert und macht damit das Spiel in mehreren Tonarten möglich. Erst um 1750 wurde dieses Horn vom so genannten Inventionshorn abgelöst, bei dem der Stimmbogen in der Mitte des Rohres eingebaut wurde. Diese Anordnung bewährte sich nicht recht, so dass der Stimmbogen wieder näher an das Mundrohr gebracht wurde, gleichzeitig aber ein weiterer Bogen in der Mitte des Rohres als Stimmzug erhalten blieb.