Leo Fender

Fender, Leo, eigentlich Clarence Leonidas Fender,amerikanischer Gitarrenbauer, * Anaheim (Kalifornien) 10.8. 1909, † Fullerton (Kalifornien) 21.3. 1991

Biografie

Stratocaster-Fender

Fender Stratocaster

Leo Fender eröffnete 1938 eine Reparaturwerkstatt für Radiogeräte und wurde bald auch mit der Aufgabe betraut, Verstärker für Gitarren zu reparieren. So war es ihm ein leichtes, selbst Gitarrenverstärker zu entwerfen und zu bauen, die er zunächst in kleinem Umfang verkaufte. 1945 tat er sich mit Clayton »Doc« Kaufman zusammen, um eine Fabrik für die Herstellung elektrischer Gitarren und Verstärker aufzubauen; Kaufman hatte mit dem Gitarrenbauer A. Rickenbacker zusammengearbeitet. Schon 1946 wurde Fender alleiniger Inhaber der Firma, die er nun Fender Electric Instrument Company nannte. 1950 setzte er seine bereits 1943 gefasste Idee, einer Gitarre statt eines eigenen Resonanzkörpers lediglich einen aus einem massiven Holzbrett bestehenden Korpus zu geben, in die Tat um: Auf Anregung seines Vertriebspartners Don Randall baute er eine mit einem Tonabnehmer ausgestattete Solid Body Guitar, die er Esquire nannte, wenig später eine fast identisch aussehende Gitarre mit zwei Tonabnehmern, die zunächst zwar auch Esquire hieß, bald aber den Namen Broadcaster erhielt, um Verwechslungen zu vermeiden. Da die Instrumentenfirma Gretsch die Rechte an dem Namen für sich reklamierte, wurde das Instrument bald in Telecaster umbenannt und wird seitdem unter diesem Namen in zahllosen Ausführungen gebaut. Nach dem Vorbild der Telecaster-Gitarre entwarf Fender 1951 mit dem Precision Bass, einer viersaitigen elektrischen Bassgitarre, ein revolutionäres Instrument, das innerhalb kurzer Zeit den Kontrabass aus Country- und Rockmusik verdrängte. Dem mit nur einem Tonabnehmer versehenen Precision Bass folgte 1960 der Jazz Bass, der mit zwei Tonabnehmern ausgestattet war und als Fender Bass in die Geschichte des Instrumentenbaus einging; beide Bässe werden seitdem von der Firma gebaut. Die elektrische Solid Body Guitar schlechthin, die Stratocaster, kam 1954 auf den Markt.

Fender erkrankte Mitte der 1960er-Jahre und verkaufte seine Firma an den Medienkonzern CBS, blieb aber als Berater für CBS aktiv.

1985 kaufte der damalige Leiter der CBS-Musikinstrumente-Abteilung, William C. Schulz (*1926, † 2006), das Unternehmen aus dem Konzern heraus und benannte es in Fender Musical Instrument Corporation um. Unter seiner Leitung konnte die Firma an die frühere Bedeutung anknüpfen und auch der kommerzielle Erfolg blieb nicht aus. Die nunmehr in Scottsdale, Arizona, beheimatete Firma unterhält neben dem Werk in Corona, Kalifornien, auch Fabrikationsstätten in Mexiko, Korea und Japan. Neben Fender gehören unter anderem Squier, Gretsch, Hamer, Tacoma, Jackson, Charvel und Guild zum Portfolio der Firma.

Leo Fender kommt das Verdienst zu, mit seinen Gitarren Telecaster und Stratocaster wie mit seinen Bässen Precision Bass und Jazz Bass die industrielle Herstellung von elektrischen Gitarreninstrumenten begründet zu haben. Er hatte erkannt, dass sich elektrische Gitarren in quasi einzelne Module zerlegen ließen, die in immer neuen Kombinationen von Hals, Korpus, Tonabnehmer und Tonabnehmerzahl eine Vielfalt von Instrumenten ergab. Zudem konnten die Gitarren Fenders leicht von ihren Spielern modifiziert werden, eine Möglichkeit, die beinahe jeder Gitarrist nutzt. Leo Fenders Instrumente wurden zum Vorbild für die Instrumente vieler anderer Firmen.

Literatur

Bacon, Tony: The Ultimate Guitar Book; New York 1991
Duchossoir, A.R.: The Fender Stratocaster; Milwaukee 1988

Weblink

www.fender.com (Offizielle Website der amerikanischen Gitarrenbau-Firma Fender