Ludwig-Musser

Ludwig-Musser, amerikanischer Hersteller von Schlaginstrumenten; die Firma wurde 1909 in Chicago gegründet und gehört heute zu der Instrumentenhersteller-Gruppe Conn-Selmer.

William F. Ludwig und Theo Ludwig, Nachkommen deutscher Einwanderer gründeten die Firma 1909 in Los Angeles, um ein von ihnen entwickeltes Bass-Drum-Pedal vermarkten zu können. Die Erfahrungen mit dem Pedal führte in den folgenden Jahren zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Pedalmechanik von Pauken, so dass die Brüder Ludwig, die ihr Unternehmen unter dem Namen Ludwig & Ludwig führten, 1916 mit einer Federmechanik für die Pedalpauke einen Beitrag zur heutigen Form der Pedalpauke leisteten. In den 1920er-Jahren vergrößerten die Ludwig-Brüder das Spektrum ihrer Produkte und stellten neben Snare Drums aus Holz und Metall auch Banjos her, die allerdings kaum nachgefragt wurden. In der Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre sahen sich die beiden Unternehmer gezwungen, mit dem Blechblasinstrumenten-Hersteller C.G. Conn Company zusammenzugehen. William F. Ludwig verließ die Firma allerdings schon nach wenigen Jahren, da er bei Conn seine Vorstellungen vom Schlagzeugbau nicht verwirklichen konnte. Er gründete 1937 mit der W.F.L. Drum Company eine eigene Firma für die Herstellung von Schlaginstrumenten. Schon bald konnte er mit der Speed-King-Fußmaschine auf dem Markt reüssieren. Conn kaufte William F. Ludwigs Firma 1955 und übernahm auch deren Programm, unter anderem das Speed-King-Pedal, das es unter diesem Namen bis heute gibt.
Conn nannte die wieder vereinigte Firma Ludwig Drum Company. Ende der 1950er-Jahre gehörte Ludwig zu den führenden Schlagzeugherstellern der Welt und konnte diese Stellung sogar noch ausbauen, als Anfang der 1960er-Jahre die Beatles den Musikmarkt betraten. Ringo Starr, Schlagzeuger der Beatles, spielte ein Schlagzeug der Firma, was zu einer verstärkten Nachfrage nach Instrumenten der amerikanischen Firma führte. 1966 kaufte Ludwig die Musser Marimba Company und bietet seitdem die gesamte Palette der Schlaginstrumente einschließlich Vibraphone, Xylophone, Marimbaphone, Chimes und weiteres mehr an.
William F. Ludwig starb 1973; sein Nachfolger in der Firmenleitung wurde sein Sohn William F. Jr. Die Ludwig-Musser Drum Company wurde 1981 Teil der Conn-Selmer-Gruppe, als Selmer Conn kaufte. Seitdem produziert Ludwig Drums, Drums Sets und Pauken in Monroe (North Carolina) sowie Pauken und Mallet-Instrumente in LaGrange Park (Illinois). Drum Sets für Anfänger werden auch in China hergestellt.
Ludwig hat immer wieder Neuerungen in den Schlagzeugbau gebracht, die zum Teil bis heute aktuell blieben. Die Erkenntnis, dass Schlagzeuger ihre Instrumente auch nach dem Äußeren beurteilen, führte bereits in den 1920er-Jahren zur Herstellung optisch aufgewerteter Trommeln und Sets – bis hin zu den vergoldeten Trommeln der »Ludwigold«-Serie. Auch später waren bestimmte Trommel-Serien der Firma gesuchte Instrumente, so etwa die von Ringo Starr verwendeten Drums, die mit einem perlmutt-artigen Celluloid bezogen waren.
Seit den 1960er-Jahren haben viele bekannte Schlagzeuger zumindest zeitweise Drum Sets von Ludwig gespielt, so neben Ringo Starr auch Ginger Baker von Cream, John Bonham (Led Zeppelin), Karen Carpenter, Carmine Appice, Ian Paice (Deep Purple), Nick Mason (Pink Floyd), Carl Palmer (Emerson, Lake & Palmer) und Roger Taylor (Queen). Eine Snare Drum der Firma, die Ringo Starr 1964 von William F. Ludwig erhielt, ist heute im Metropolitan Museum of Art zu sehen.



Literatur

Ludwig, William Frederick: The Making of a Drum Company – The Autobiography of William Frederick Ludwig II; Milwaukee (Wisconsin) 2001
Cook, Rob: The Ludwig Book; Milwaukee (Michigan) 2003
Schmidt, Paul William: History of the Ludwig Drum Company; Milwaukee (Wisconsin) 2001



Weblink

http://www.ludwig-drums.com/ (Offizielle Website des amerikanischen Schlaginstrumente-Herstellers Ludwig-Musser)