Matth. Hohner AG

Matth. Hohner AG, deutscher Musikinstrumenthersteller, von Matthias Hohner (* 1833, † 1902) in Trossingen gegründet; das Unternehmen gehört seit 1997 zu dem taiwanesischen Konzern KSH.

Der Uhrmacher Matthais Hohner nahm die in Trossingen schon bestehende Tradition der Fertigung von Mundharmonikas auf und baute ab 1857 seiner ersten eigenen Instrumente. Da die Mundharmonikas vollständig in Handarbeit entstanden, beschäftigte Hohner, um der schnell wachsenden Nachfrage gerecht werden zu können, bald etwa 50 Mitarbeiter, die die Instrumente in Heimarbeit herstellten. In den 1860er-Jahren mechanisierte Hohner die Herstellung und begann, seine Mundharmonikas weltweit anzubieten. Bereits Ende der 1870er-Jahre ging mehr als die Hälfte der Produktion in den Export, vor allem in die USA. Bis 1900 wuchs die Zahl der bei Hohner beschäftigten Mitarbeiter auf über 1000 und Matthias Hohner hatte aus seinem Unternehmen den größten Lieferanten für Mundharmonikas gemacht. Nach seinem Tod erweiterten seine Nachfolger in der Unternehmungsführung die Produktpalette um Harmonikainstrumente und hatte bald auch auf diesem Gebiet Erfolg; Mitte der 1920er-Jahre konnte der Interessent aus der Vielfalt von 1200 verschiedenen Modellen wählen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erweiterte die Firma kontinuierlich ihr Angebot. Es wurden ab Ende der 1940er-Jahre Saxophone gebaut, elektronische Orgeln wie die Vox P4 entwickelt, der Ingenieur Ernst Zacharias (* 1924) konstruierte mehrere elektro-mechanische Klavierinstrumente wie das Cembalet, das Clavinet und das Pianet. In diese Zeit fiel auch die Präsentation der Melodica. In den 1950er-Jahrne hatte Hohner die Fertigung elektrischer Gitarren aufgenommen, baute aber erst Anfang der 1970er-Jahre dieses Programm weiter aus. Besonders beliebt war seit den 1980er-Jahren eine Serie von elektrischen Instrumenten ohne Kopfplatte, für die Hohner auch in Lizenz Teile der Firma Steinberger übernahm. In jüngerer Zeit brachte die Firma mit der EGS (Ergonomic Guitar System) eine auffällige elektrische Gitarre auf den Markt, die im Aussehen stark von herkömmlichen Instrumenten abweicht.

Hohner stellt neben der Vielzahl verschiedener Mundharmonikas, Handharmonikas und Akkordeons nach wie vor diverse verschiedene Blockflöten, akustische Gitarren, elektrische Gitarren und Bässe sowie unter dem Namen Lanika Ukulelen her.

Literatur

Berghoff, Harmut: Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt: Hohner und die Harmonika 1857-1961; Paderborn 1997

Weblink

www.hohner.eu (Offizielle Website der deutschen Musikinstrumentenfirma Matthias Hohner)