Orville H. Gibson

Gibson, Orville H, amerikanischer Mandolinen- und Gitarrenhersteller, * Chateaugay (New York) 1856, † Ogdensburg (New York) 1918, Mitgründer der Gibson Mandolin-Guitar Manufacturing Company

Gibson wurde als Kind eines Farmerehepaares im Bundesstaat New York geboren. Nach Tätigkeiten als Schuhverkäufer und Buchhalter eröffnete er 1894 in Kalamazoo in Michigan einen Laden nebst Werkstatt für Mandolinen und Gitarren. Er selbst hatte den Bau von Mandolinen autodidaktisch erlernt. Nach eigenen Vorstellungen übernahm er für die von ihm angefertigten Instrumente einige Elemente aus dem Geigenbau, so etwa die Wölbung von Decke und Boden, brachte in die Decke mitunter Ausschnitte in Form von f-Löchern an, sägte die Zarge aus massivem Holz aus und fertigte auch Hälse aus einem Stück Holz an. Seine unkonventionellen Mandolinen wichen soweit von herkömmlichen Mandolinen ab, dass er einzelne Ideen wie etwa die Zargenherstellung aus einem massiven Block Holz patentieren lassen konnte.
1902 gründete Gibson mit fünf Partnern aus Kalamazoo die Gibson Mandolin-Guitar Manufacturing Company. Neben seine Mandolinen bot die Firma nunmehr auch Gitarren an, die ebenfalls die bautechnischen Merkmale der Mandolinen trugen. Gibson verließ die Firma bereits 1903, arbeitete aber zumindest zeitweise weiter für die Manufaktur. Von labiler Gesundheit, starb Gibson 1918.



Literatur

Bacon, Tony/Hunter, Dave: Totally Guitar – The Definitive Guide; London 2008