Seymour Duncan

Seymour Duncan, US-amerikanischer Hersteller von elektromagnetischen Tonabnehmern für Gitarren und Bässe, 1978 von Seymour W. Duncan und Cathy Carter Duncan in Santan Barbara (Kalifornien), gegründet.

Seymour Duncan kam notgedrungen zur Entwicklung von Tonabnehmern: Er lieh einem Freund seine Fender Telecaster-Gitarre, dem das Missgeschick passierte, einen der Tonabnehmer zu zerstören; nach anderen Quellen geschah Duncan dieses Missgeschick selbst. Er entschloss sich, selbst einen neuen Tonabnehmer zu wickeln, was ihm unter Einsatz eines Plattenspielers auch gelang. Zu seiner Überraschung sagte ihm der Klang des selbst gewickelten Tonabnehmers besser als der des ursprünglichen und so experimentierte er weiter mit dem Bau von Pickups. Seine Reputation als Experte von Pickups war schließlich so gewachsen, dass ihm der Gitarrist und Gitarrenbauer Les Paul in den 1960er-Jahrne riet, nach England zu gehen, seinerzeit das Zentrum der Popmusik. Die Firma Fender stellte ihn für ihre Filiale Soundhouse in London ein, wo er sich um die Gitarren von Größen wie Jeff Beck, Eric Clapton, Jimmy Page und Jimi Hendrix kümmerte. Anfang der 1970er-Jahre kehrte Duncan nach Kalifornien zurück und gründete mit seiner Frau Cathy eine eigene Firma zur Herstellung von Pickups für Gitarren und Bässe.

Zunächst waren die von Seymour Duncan gebauten Pickups als Austausch-Pickups für die Instrumente etwa der Firmen Fender und Gibson gedacht. Bald umfasste das Programm der nach ihrem Inhaber benannten Firma neben den klassischen Single-Coil- und Humbucker-Tonabnehmer auch Humbucker in den typischen Gehäusen der Single-Coil-Pickups von Fender. Im Laufe der Jahrzehnte ordnete Duncan seine Pickups unter verschiedenen Markennamen, so unter Bass Lines Tonabnehmer für Bässe, Benedetto für die Anforderungen von Jazz-Gitarristen, sowie die beiden Serien Antiquity und Antiquity II, mit denen er die Klangcharakteristika der in den 1950er-Jahrne gebräuchlich Instrumente reanimierte, gleichzeitig Pickups für künstlich gealterte Gitarren anbieten konnte. Gitarren und Bässe der unteren Preisklassen können mit in Korea unter dem Namen Duncan Designed gefertigten Pickups ausgerüstet werden. Für die Weiterentwicklung der Technologie der Tonabnehmer tat Seymour Duncan sich in der Firma Duncan-Turner Acoustic Research mit Rick Turner zusammen. Daneben fertigt Seymour Duncan Tonabnehmer für akustische Gitarren sowie Vorverstärker und Effektgeräte. Ebenso bietet Seymour Duncan piezoelektrische Tonabnehmer an.

Seymour Duncan fertigte im Laufe der Firmengeschichte eine Vielzahl von Tonabnehmern, so den SH-1 ’59, den SHR-1 Hot Rail, den SH-2 Jazz, den SH-1PG Pearly Gates, weitere unter den Namen Phat Cat und Woody, letzterer für akustische Gitarren; für Gitarren mit mehr als sechs Saiten sind die Tonabnehmer Nazgûl, Pegasus und Sentient vorgesehen. In einem eigenen, von Seymour Duncans Sohn Derek geleiteten Custom Shop wurden Tonabnehmer für spezielle Ansprüche angefertigt, oft auch als Ersatz für Tonabnehmer, die von den Bauformen Fenders oder Gibsons abweichen. Seymour Duncan Pickups werden zwar von vielen Gitarren eingesetzt, vor allem aber von Instrumentalisten im Bluesrock und im Heavy Metal. Einzelne namhafte Firmen rüsten einige ihrer Instrumente ab Werk mit Tonabnehmern von Seymour Duncan aus, so etwa Fender, früher auch Kramer.

Einige Jahre lang bot Seymour Duncan auch mit Röhren bestückte Gitarrenverstärker an, so beispielsweise den Convertible 100 Tube Amp, ein Combo mit einer Ausgangsleistung von 100 Watt. Besonderheit dieses Verstärkers war, dass die Vorstufe modular aufgebaut war, so dass die Eingangsröhre leicht ausgewechselt werden konnte; dazu wurde ein mit der jeweils gewünschten Vorstufenröhre versehene Steckmodul einfach ausgetauscht.

Weblink

www.seymourduncan.com (Offizielle Website von Seymour Duncan, US-amerikanischer Hersteller von Pickups)