Sonor

Sonor, von lateinisch sonor für Klang, Ton, Geräusch, deutscher Schlaginstrumente-Hersteller, 1875 von dem Drechsler und Weißgerber Johannes Link in Weißenfels/Saale gegründet; seit 1950 lautet der vollständige Name der Firma Johs. Link KG Sonor Percussion.

Johannes Link stellte in seiner Werkstatt zunächst Militärtrommeln und Felle für Trommeln her. Bis zu Jahrhundertwende entwickelte sich das Unternehmen zu einem prosperierenden Hersteller diverser Schlaginstrumente. 1907 ließ Link den Namen Sonor beim Kaiserlichen Patentamt registrieren. Johannes Link starb 1914 und sein Sohn Otto Link übernahm das Unternehmen.
1917 baute Sonor ein zweites Werk in Markneukirchen und Mitte der 1920er-Jahre beschäftigte die Firma bereits mehr als 140 Mitarbeiter. Hatte Sonor bis dahin vornehmlich Pauken, Trommeln, Becken und andere Metallophone gebaut, so beschäftige sich das Unternehmen im Laufe der 1920er-Jahre zunehmend mit dem Bau von Perkussionsinstrument für Jazz-Bands und Tanzkaplellen;1930 konnte der erste ausschließlich dem Jazz-Schlagzeug gewidmete Katalog vorgelegt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Firma enteignet, Otto Link floh zunächst in den Westteil Berlins und gründete 1946 in Bad Berleburg-Aue die Firma neu; hier befindet sich seitdem das Stammwerk.
Nach dem Tode von Otto Link 1955 übernahm dessen Sohn Horst Link die Geschäfte der Firma. Unter seiner Leitung wurde das Lieferprogramm Sonors weiter ausgebaut, so dass die Firma in jedem Bereich des Baus von Perkussionsinstrumenten präsent war. 1991 ging Sonor eine Verbindung mit der Firma Hohner in Trossingen ein und gehört seit 1997 zu dem taiwanesischen Konzern KHS. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde auch eine Fertigung von Schlaginstrumenten in Tianjin in der Volksrepublik China aufgebaut. Sonor baut Instrumente für das Orchester-Schlagwerk, für Latin Music, für Rock und Jazz und für das Orff-Schulwerk.
Sonor nahm und nimmt eine führende Stellung im Bau von Schlaginstrumenten ein. Zu den von Sonor eingeführten Neuerungen gehörten die erste Fußmaschine für das Spiel der Bass Drum 1900, die erste Doppelfußmaschine und die erste Hi-Hat 1935 und 1980 die erste Fußmaschine mit nur einer Säule.
Instrumente von Sonor fanden stets die Beachtung von renommierten Schlagzeugern, nach dem Krieg auch die von bekannten Jazz-Schlagzeugern wie Kenny Clarke, Connie Cay, Lionel Hampton und Ed Thigpen, später auch Jack DeJohnette; zu der jüngeren Generation von Schlagzeugern, die Sonor-Drums spielen, gehören etwa Gavin Harrison (Porcupine Tree, King Crimson) und Benny Greb (Stoppok).



Weblink

http://www.sonor.de/ (Offizielle Website der deutschen Schlagzeugbau-Firma Sonor)