Steinway & Sons

Steinway & Sons, amerikanische Klavierbaufirma, 1853 von dem Deutschen Heinrich Engelhard Steinweg (* 1797, † 1871) in New York gegründet; Steinweg nannte sich seit 1854 Henry E. Steinway.

Steinweg hatte 1835 in Seesen die Klavierbaufabrik Steinweg gegründet, diese aber 1850 an seinen Sohn Carl Friedrich Theodor Steinweg übergeben und war 1851 in die USA ausgewandert. Theodor Steinweg seinerseits hatte den Firmensitz zunächst nach Wolfenbüttel, dann nach Braunschweig verlegt und gemeinsam mit Wilhelm Grotrian eine Firma gegründet, aus der später Grotrian-Steinweg entstand.
Nach dem Tode von Henry Steinway, Sohn von Henry E. Steinway und Karl Steinway 1865 wechselte Theodor Steinweg ebenfalls nach New York und anglisierte seinen Namen in Theodore. Mit seinen Brüdern William und Albert Steinway führte er nach dem Tode von Henry E. Steinway 1871 die prosperierende Firma weiter. Vor allem William Steinway fand neue Wege im Vertrieb der Instrumente der Firma, gründete 1866 die erste Steinway-Hall – eine Konzerthalle, die in weiteren Räumen auch der Demonstration und dem Verkauf der Instrumente diente, baute eine Concert-and-Artist-Abteilung auf und betrieb den Bau eines Zweigwerkes in Hamburg, das 1880 unter dem Namen Steinway’s Pianofortefabrik eröffnet wurde. Er auch übernahm das Unternehmen, als Theodore Steinway 1889 in Braunschweig starb. Nach seinem Tode 1896 wiederum führten seine Neffen Charles und Fred Steinway die nun weltweit erfolgreiche Firma weiter.
Während des Zweiten Weltkriegs konnten in Hamburg nur wenige hundert Klaviere gebaut werden, da der größte Teil der Holzvorräte der deutschen Kriegsindustrie zugeführt werden musste. Erst 1948 konnte in Hamburg die Produktion von Klavieren und Flügeln wieder aufgenommen werden.
1955 übernahm Henry Z. Steinway das Unternehmen. 1972 kaufte die Columbia Broadcasting Systems, Inc., die Klavierbaufabrik; CBS, erfolgreich im Rundfunkbereich und im Schallplattenmarkt, war zu dieser Zeit Besitzer mehrerer Instrumentenbaufirmen, darunter auch Fender Guitars. CBS seinerseits verkaufte Steinway & Sons 1985 an drei Investoren, die unter dem Namen Steinway Musical Properties ein Dachunternehmen gründeten, unter dem Steinway & Sons weiter Klaviere und Flügel produzierte. 1995 vereinigte sich Steinway & Sons mit der Selmer Company – die vor allem mit dem Bau von Saxophonen erfolgreich war – und wurde so unter dem Namen Steinway Musical Instruments, Inc. zum größten Hersteller von Musikinstrumenten in den USA. Zu dem Unternehmen gehören die Tochterunternehmen The Steinway Piano Company, Inc. und die Conn-Selmer, Inc.
Steinway & Sons haben Zeit ihres Bestehens erheblichen Einfluss auf Bau und Konstruktion des Klaviers genommen. 1867 stellte die Firma auf der Pariser Weltausstellung den ersten Flügel mit einem Rahmen aus Gusseisen vor und legte damit den Grundstein für den bis heute anhaltenden weltweiten Erfolg der Firma. Der Gusseisenrahmen wurde nach 1867 von allen Klavierbaufirmen übernommen. Der Name Steinway & Sons steht aber auch für weitere Verbesserungen im Bau eines Klaviers, so etwa für die so genannte Duplex-Scala und das Tonhaltepedal. Auch Modifikationen am Resonanzboden – Steinway & Sons verringerte zum Rand hin die Stärke des Bodens – sind Kennzeichen der Instrumente des Unternehmens. Steinway & Sons erhielt seit 1853 mehr als 130 Patente. Seit Gründung der Firma in New York wurden mehr als eine halbe Million Instrumente gebaut, wobei sich Flügel aus amerikanischer und deutscher Produktion geringfügig unterscheiden, vor allem in der schwarzen Lackierung: Die in Hamburg gebauten Instrumente sind auf Hochglanz poliert, während die amerikanischen Flügel eine seidenmatte Lackierung aufweisen. In den USA werden sechs Flügel- und drei Klaviermodelle gebaut, in Deutschland sieben Flügel- und zwei Klaviermodelle. Mit den Marken Boston und Essex hat Steinway & Sons auch zwei Marken im Programm, die die unteren Preissegmente des Marktes beliefern; Boston-Pianos werden von der japanischen Firma Kawai gebaut, Essex-Klaviere von der Pearl River Piano Group in China.
Die Instrumente von Steinway & Sons sind Instrumente der Spitzenklasse und daher in jedem Konzertsaal von Bedeutung zu finden. Diese vorrangige Stellung hatte Wirkung auf die Ansicht, was als Klavierklang zu gelten hat: Der brillante, von manch einem Zuhörer als »hart« empfundene Klang der Steinway-Flügel gilt als Klavierklang schlechthin, war und ist Instrumentenbauern bis hin zu den Herstellern digital arbeitender Pianos Vorbild.



Weblinks

http://www.steinway.de/ (Offizielle Website der deutschen Dependance von Steinway & Sons)
http://www.steinway.com/ (Offizielle Website von Steinway & Sons)
http://www.steinwaymusical.com/ (Offizielle Website der Steinway Musical Instrumentes, Inc)