Theobald Boehm

Boehm, Theobald, auch Böhm, deutscher Flötist und Instrumentenbauer, * München 9.4. 1794, † ebenda 25.11. 1881

Theobald Boehm, eigentlich Goldschmied und Eisenhüttentechniker, gründete 1828 in München die Instrumentenbau-Werkstatt Boehm & Greve à Munich. Als Jugendlicher hatte er selbst eine Flöte gebaut und einige Zeit Unterricht im Spiel des Instrumentes erhalten. 1823 gestaltete er die Querflöte unter Einsatz eines Klappensystems so um, dass eine saubere Stimmung erreicht werden konnte. Dazu ordnete er die Grifflöcher nach akustisch korrekten Gesichtspunkten an und versah die Grifflöcher, die der Instrumentalist nicht erreichen konnte, mit Klappen. 1846 versah Boehm die Flöte auch mit einer zylindrischen anstatt der bis dahin üblichen umgekehrt konischen Bohrung. Damit war das Instrument am Schlusspunkt seiner Entwicklung angelangt.

Boehm hatte zeitweise auch komponiert und ist Autor verschiedener theoretischer Schriften über den Flötenbau, darunter »Ueber den Flötenbau und die neuesten Verbesserungen desselben« (1847), »Schema zur Bestimmung der Löcherstellung auf Blasinstrumenten« (1862) und »Die Flöte und das Flötenspiel in akustischer, technischer und artistischer Beziehung« (1871). Boehms Klappensystem wurde auch auf die Klarinette und das Saxophon übertragen.