Trixon

Trixon, deutscher Hersteller von Schlaginstrumenten, insbesondere Drum Sets, 1947 von Karl-Heinz Weimer (* 1917, † 1997) in Hamburg gegründet; Weimer betrieb auch das Hamburger Musikinstrumentengeschäft Musik City auf der Reeperbahn.

Weimer betrieb für die Fertigung der Instrumente, zu denen neben den Trommeln für die Drum Sets auch Mallet-Instrumente, Klein-Percussion und Latin-Percussion gehörten, in Bramfeld (Ortsteil von Hamburg-Wandsbek) eine eigene Fabrik; 1966 wurden neue, größere Produktionsstätte in Reinbek bei Hamburg bezogen. Die Trommeln und Drum Sets von Trixon weisen einige Details auf, mit denen sie sich von den Produkten anderer Hersteller unterscheiden. So baute die Firma Bass Drums mit amorph-oval geformtem Kessel, legte zwischen Spannböcken und Trommelkorpus eine Gummischeibe und versah die Spannschrauben mit einem Schlitz, so dass die Schrauben sowohl mit dem üblichen Schlüssel als auch mit einem gewöhnlichen Schraubendreher bewegt werden konnten. Die relativ große Breite der ovalen Bass Drums gaben die Möglichkeit, zwei Fußmaschinen nebeneinander an der Trommel zu befestigen. In der Speedfire Reihe des Herstellers gab es zudem ein Set, bei dem die fünf Tom-Toms entgegen des üblichen Aufbaus nicht in der Tonhöhe fallend von links nach rechts, sondern von rechts nach links auf einer besonderen Halterung an der Bass Drum befestigt waren, die größte und tiefste Tom also sich ganz links vom Spieler befand.
Weimer baute neben der Speedfire-Serie mit Trixon-Luxus, Trixon-Soloist, Trixon –Swing auch das Telstar-Set mit konisch geformten Trommeln her. Die Produkte der Firma stellten neben denen von Sonor und Tromsa die Spitzenklasse des Trommelbaus in Deutschland dar und fanden auch außerhalb Deutschlands Interesse; für den amerikanischen Markt produzierte Weimer unter dem Markennamen Vox. Als in den 1960er-Jahren die Hersteller aus Japan auf dem deutschen Markt auftraten, geriet Trixon allerdings schnell ins Hintertreffen und Weimer gab die Fertigung Anfang der 1970er-Jahre auf. 1997 versuchte Arthur Oeschger die Fertigung der Trixon-Instrumente wieder aufzunehmen, doch verhinderte ein Brand in der Herstellungsstätte die Fortführung dieses Plans. Nach der Jahrtausendwende wurde der Name Trixon illegal von einem chinesischen Betrieb für die eigenen Produkte benutzt, doch hatten die unter diesen Umständen gebauten Drum Sets nichts mit den früheren Instrumenten zu tun.
Zu den Schlagzeugern, die Trixon zumindest für eine gewisse Zeit spielten gehörten neben anderen Lionel Hampton, Buddy Rich, Ringo Starr, Charlie Watts, Keith Moon, Hermann Rarebell und Pete York.



Literatur

Winterberg, Ingo/Grimsel, Martin: Trix on Trixon – The Story of The German Drum Company; Lotte 2007
Winterberg, Ingo/Grimsel, Martin: The Trixon Collection – The Trixon Collection by Ingo Winterberg; Lotte 2010



Weblink

http://www.trixondrums.de/ (Website zu Trixon mit ausführlichen Informationen zu dem deutschen Schlagzeug-Hersteller)