Ufip

Ufip, italienische Beckenschmiede, 1931 von mehreren zwischen Pistoia und Florenz angesiedelten Beckenschmieden als Vertriebsorganisation gegründet; der Name ist die Abkürzung von Unione Fabbricanti Italiani Piatti. Einige der Beckenschmieden stellten bereits im 19. Jahrhundert Becken her.

Zu dem neu gegründeten Vertrieb gehörten die Schmiede Tronci, Zanchi, Benti, Biasei und Rosati. Bis zur Gründung von Ufip standen diese Schmiede in heftiger Konkurrenz. Auch die neue Organisation blieb in der Gründungsform nur bis 1947 bestehen: 1947 verließen die Nachkommen von Zanchi Ufip und gründeten Zanki, 1973 tat es ihnen Buiani, Enkel von Rosati, gleich und gründete Tosco. Zu dieser Zeit war aus der ursprünglichen Verkaufsorganisation schon selbst ein Beckenhersteller geworden: 1968 hatten die Gesellschafter von Ufip beschlossen, unter diesem Namen auch Becken zu schmieden.
Die Entwicklung Ufips war in den Jahren zuvor nicht ohne Schwierigkeiten verlaufen. Nach der Machtübernahme durch Benito Mussolini waren vor allem Jazz-Musiker an der Ausübung ihres Berufes durch staatliche Restriktionen gehindert worden. So ließ der Absatz an Becken für Jazz-Schlagzeuger – bis dahin Hauptabnehmer der Becken der Firma – stark nach. Nach dem zweiten Weltkrieg wiederum drängten amerikanische Hersteller auf den italienischen Markt. So blieb Ufip nichts übrig, als Becken für diverse Schlagzeugfirmen wie Ludwig, Premier, Gretsch, Slingerland und Pearl und selbst andere Beckenschmieden wie Zildjian und Paiste zu liefern, unter Namen wie Zinjian und Pasha.

Dennoch konnte sich Ufip im Laufe der Jahre auch einen eigenen Namen machen. Unter der Leitung von Luigi Tronci fanden bis 1990 vor allem die Becken der Reihen Ritmo und Solid Ride das Interesse von Schlagzeugern. Zeitweise konnte der Schlagzeuger Roberto Spizzichino erheblichen Einfluss auf die Auslegung der Becken Ufips nehmen, bis er Ende der 1980er-Jahre eine eigene Beckenschmiede gründete. Unter anderem auf Spizzichinos Anregung ging die Einführung der farbigen Tiger-Beckenserie zurück.

Ufip hatte stets mit italienischen Schlagzeugern zusammengearbeitet und letzten Endes resultiert die Maxime der Firma, »Earcreated Cymbals«, aus diesen Erfahrungen – die Herstellung der Becken wird ständig nach musikalischen Gesichtspunkten kontrolliert.

Seit Ende der 1980er-Jahre arbeitete Ufip eng mit Alex Mühlbauer von der österreichischen Firma Drum Partner zusammen. Ufip stellt Becken in zehn Serien her: Bionic, Brilliant, Class, Natural, Rough, Extatic, Superonova, Tiger, M8 und Experience; große Popularität bei Schlagzeugern hatten in den 1980er- und 1990er-Jahren die Becken der Kashian Serie. In den meisten Ländern werden Ufip-Becken unter dem eigenen Namen verkauft, in den USA unter der Marke Atlas.

Die Herstellung der Beckenrohlinge weicht bei Ufip ein wenig von den Methoden anderer Hersteller ab: Die Gussformen werden während des Gießens in Rotation versetzt, so dass sich die Metallmasse anders in der Form verteilt als bei konventionellem Guss; Ufip bezeichnet diese Methode als Rotocasting. Neben Becken stellt Ufip auch diverse anderer Perkussionsinstrumente aus Metall her, teils nach Vorbildern aus Asien.

Becken von Ufip werden etwa von John Arnold, Nicky Bomb (John Butler Trio), Katy Elwell (Lizzard), Adriano Molinari (Zucchero), Christiano Mozzati (Lacuna Coil), Massimo Pacinao (Laura Pausini), Alex Polifrone (Mito New Trolls), Vittorio Riva (Ornella Vanoni) und Michael Urbano (Sheryl Crow) gespielt.

Literatur

Pinksterboer, Hugo: The Cymbal Book; Milwaukee 1992

Weblink

www.ufip.it (Offizielle Website der italienischen Beckenschmiede Ufip)