Valley Arts Guitars

Valley Arts Guitars, amerikanischer Hersteller von elektrischen Gitarren, um 1975 von Mike McGuire und Al Carness in North Hollywood (Kalifornien) gegründet.

Mike McGuire und Al Carness arbeiteten in einem Musikinstrumentenladen, zu dem auch eine Reparaturwerkstatt gehörte. Diese Werkstatt wurde nicht zuletzt wegen der Fähigkeiten von McGuire und Carness von den in Los Angeles arbeitenden Studiomusikern, aber auch von erfolgreichen Jazz- und Rockgitarristen wie etwa Lee Ritenour, Larry Carlotn, Tommy Tedesco und Larry Carlton für Reparaturarbeiten an ihren Gitarren in Anspruch genommen. 1977 entschlossen sich McGuire und Carness, nicht nur vorhandene Gitarren zu reparieren, sondern unter dem Namen ihrer Firma auch eigene Gitarren zu bauen.

Die Gitarren, die McGuire und Carness bauten, waren an die bekannten Gitarrenmodelle der Firma Fender angelehnt, in jeder Hinsicht aber weiterentwickelt und boten neben den Instrumenten anderer Hersteller die Grundlage zur Ausbildung der so genannten Super Strat. Im Vordergrund standen für McGuire und Carness dabei einerseits die technische Ausstattung der Instrumente – eingebaut wurden beispielsweise Vibrato-Systeme von Floyd Rose und Humbucker-Tonabnehmer von EMG oder Seymour Duncan -, wie auch die Pointierung des Designs der klassischen Vorbilder. Nicht zuletzt wurde auf akribische Auswahl der Hölzer für die sichtbaren Flächen wie auf exzellente Hardware gesetzt.

Valley Arts Guitars wuchs schnell, doch wurde der zu der Firma gehörige Verkaufsladen Ende der 1960er-Jahre durch einen Brand zerstört. McGuire und Carness verlegten sich daraufhin allein auf die Herstellung von Gitarren und gingen eine enge geschäftliche Beziehung mit dem koreanischen Instrumentenhersteller Samick ein: Die Koreaner kauften die Hälfte von Valley Arts. Die Zusammenarbeit zwischen den neuen Anteilseignern und den alten Besitzern gestaltete sich allerdings von Anfang schwierig, so dass McGuire und Carness schon 1993 einen neuen Partner suchten und in der Firma Gibson fanden. Als Gibson Ende der 1990er-Jahre auf das eigene Wachstum setzte, kaufte die Firma Valley Arts Guitars und konstruierte 2002 aus dem Unternehmen nach dem Vorbild von Fender einen eigenen Custom Shop. In Nashville wurde ein Laden nebst Werkstatt eingerichtet, McGuire und Carness als Manager des Subunternehmens eingesetzt. Bereits 2005 wurde der Laden wieder geschlossen. 2012 zog sich McGuire aus dem Musikinstrumentengeschäft zurück. Gibson bietet unter dem Namen in mehreren Serien Gitarren und Bässe an, die nach dem Vorbild der Fender-Instrumente gestaltet und gebaut sind.

Valley Arts Guitars waren seinerzeit neben anderen wie Schecter oder Mighty Mite Pioniere, als die Instrumente Fenders vielen Gitarristen nicht mehr zeitgemäß erschienen, sich eine Custom-Bewegung auf breiter Basis zu entwickeln begann und Gitarren mit so genannten Replacement-Teilen aufgewertet wurden. Die großen Firmen hatten spätestens Ende der1980er-Jahre diesen Trend erkannt und reagiert, der Kauf Valley Arts Guitars durch Gibson war eine logische Folge. Von Gitarristen werden indes vor allem die bis 1992 gebauten Instrumente der Firma gesucht.

Weblink

http://www.gibson.com/en-us/Divisions/ValleyArts (Website von Valley Arts Guitars als Unter-Site der Firma Gibson)