Michael Praetorius

Praetorius, Michael, eigentlich Michael Schultheiß, deutscher Komponist und Musiktheoretiker, Creuzburg 15.2. 1571, nach anderen Quellen 1572, † Wolfenbüttel 15.2. 1621

Michael Praetorius studierte ab 1585 Theologie und Philosophie in Frankfurt/Oder. Von einer regelrechten Musikausbildung ist zwar nichts bekannt, doch hatte er offenbar so sichere musikalische Kenntnisse, dass ihm 1587 die Organistenstelle an der Marienkirche in Frankfurt/Oder übertragen wurde. Nach 1590 wechselte er nach Wolfenbüttel, wo er nach wenigen Jahren eine Anstellung als Organist in der Hofkapelle Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig und Wolfenbüttel annahm. 1604 wurde er zum Kapellmeister ernannt. Zu dieser Zeit begann Praetorius auch, eigene Kompositionen zur Aufführung zu bringen und wurde mit seinen Choral- und Kirchenliedbearbeitungen zu einer zentralen Figur der evangelischen Kirchenmusik. Von 1613 bis 1616 wirkte er am Hof in Dresden und war in seinen letzten Jahren in Städten wie Halle/Saale, Magdburg und Nürnberg tätig.

Von größter Bedeutung für die Musikforschung ist die Schrift »Syntagma musicum«, die Praetorius zwischen 1615 und 1619 schrieb und veröffentlichte. Sie enthält eine Zusammenfassung des Wissens über die gesamte Musik jener Zeit. Für die Instrumentenkunde ist der zweite Band des Werkes mit dem Titel »De organographia« (1618) von größter Bedeutung, enthält er doch in Wort und Bild eine Darstellung der seinerzeit gebräuchlichen Musikinstrumente, gibt Aufschluss über die zeitgenössische Musizierpraxis und ist damit auch für die heutige Aufführungspraxis Alter Musik von großem Wert.

Literatur

Praetorius, Michael: Syntagma musica; 1615-1619, drei Bände; als Faksimile 1958/59 wieder veröffentlicht