Äolsharfe

Äolsharfe, von altgriechisch Aiolos (Gott des Windes) über lateinisch Aeolus, auch Geisterharfe, Windharfe oder Wetterharfe, Chordophon (Saiteninstrument, Blasinstrument), Windspiel, dessen Saiten nicht durch einen Instrumentalisten, sondern durch den Wind zur Schwingung angeregt werden.

Das Windspiel besteht aus einem mehr oder weniger langen rechteckigen Resonanzkasten aus Holz; in die Decke ist ein Schallloch geschnitten. Auf der Decke sind zwei Stege befestigt, über die bis zu 12, mitunter auch mehr Darmsaiten von gleicher Länge, aber verschiedener Stärke gespannt sind. Das Instrument wird so aufgestellt oder aufgehängt, dass vorbeistreichender Wind die Saiten in Schwingung versetzen kann. Da die Saiten aufgrund der unterschiedlichen Stärke auch unterschiedlich gespannt sind, ertönen unterschiedliche Grund- und Obertöne, deren Lautstärke und Zusammensetzung unter anderem von der Stärke des Windes abhängt. Insgesamt ist der Klang der Äolsharfe aber stets zart und tatsächlich »verwehend«. Dem Zuhörer erscheinen die von dem Instrument erzeugten Klänge zufällig, und tatsächlich können sie kaum musikalisch sinnvoll genutzt werden. So ist die Äolsharfe auch kein Musikinstrument im eigentlichen Sinn.

Wenn die Äolsharfe auch schon in der Antike bekannt war, so war sie im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert geradezu beliebt und erregte das anhaltende Interesse von Poeten wie Wissenschaftlern. Verschiedene Modifikationen wie Windklappen und verschieden Formen des Resonanzkastens sollten den Zufälligkeiten des Windstromes entgegenwirken und andauerndes Spiel des Instrumentes bewirken.