Autoharp

Autoharp, Chordophon (Saiteninstrument, Zupfinstrument), eine besonders in der Volksmusik der USA gebräuchliche, mit einer Tastatur versehene Zither, entgegen der Bezeichnung handelt es sich bei der Autoharp nicht um eine Harfe.

Das Instrument besteht aus einem Resonanzkasten in etwa halb-trapezartiger Form, über den 36 , 37 seltener auch 48 Saiten gespannt sind; der Tonumfang beträgt in der Regel also drei Oktaven, wenn es sich um ein chromatisches Instrument handelt, bei diatonischen ist der Umfang entsprechend größer. Auf der rechten Seite ist quer über den Saitenbezug eine Tastatur befestigt. Mit den Tasten dieser Tastatur können Filzpolster auf die Saiten gedrückt werden, die dann bei Anschlag der Saiten auf der linken Saite des Instrumentes so abdämpfen, das die frei schwingenden Saiten einen Akkord ergeben. Die Saiten sind auf der linken Seite des Kastens eingehängt und werden auf der linken Seite von Stimmwirbeln gespannt. Der Klang der relativ dünnen Stahl- oder Messingsaiten ist hell, obertonreich und erinnert an den eines Dulcimers. Mit den 15 bis 21 Tasten können Dur-, Moll- und Dominantseptakkorde gespielt werden, also die Akkorde C-, D- G-, F-, B-, Es- und As-Dur, c, g-, d-, a- und e-Moll und die Septakkorde F, C, G, D, A, E, A und B.

Zum Spiel umarmt der Instrumentalist die Autoharp geradezu und umfängt sie mit beiden Armen; dabei weisen die Saiten nach vorn. Mit der linken Hand werden die Tasten gedrückt, mit der rechten die Saiten angeschlagen. Die Saiten können mit den Fingern, mit einem Plektrum (Flat Pick) für Gitarren oder aber auch mit Fingerpicks in Schwingung versetzt werden. Manche Autoharp-Spieler legen das Instrument auch auf den Schoß oder auf einen Tisch.

Versierte Autoharp-Spieler können Melodie und Begleitung gleichzeitig spielen, doch wird das Instrument in der Regel zur akkordischen Begleitung zum Gesang verwendet. Die Autoharp gilt zwar als leicht zu erlernendes Instrument, doch ist virtuoses Spiel keineswegs leicht zu erreichen. Bekannte Spieler der Autoharp waren oder sind June Carter Cash und Bryan Bowers.

Ein wenig im Dunkeln liegt die Herkunft der Autoharp. Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den USA: 1882 erhielt der aus Deutschland eingewanderte Instrumentenbauer Charles F. Zimmermann auf ein sehr ähnliches Instrument ein Patent. Der Instrumentenbauer Karl August Gütter baute in Markneukirchen eine Zither, die die meisten Elemente der heute gebräuchlichen Autoharp enthielt und meldete seinerseits dieses Instrument in Großbritannien zum Patent an. Zimmermann bekam Kenntnis von Gütters Instrument, das dieser Volkszither genannt hatte und baute nunmehr dieses Instrument in den USA nach.