Balalaika

Balalaika, Chordophon (Zupfinstrument), russisches Volksmusikinstrument, das in mehreren Größen und Stimmlagen gebaut wird.

Balalaika

Balalaika (Fotolia)

Die Langhalslaute Balalaika besteht aus einem dreieckigen Korpus, an dem ein relativ langer Hals angebracht ist. Während die mit einem Schallloch versehene Decke flach ist und aus einem Stück Holz besteht, ist der Boden des Korpus aus mehreren Streifen Holz zusammengefügt und bauchig ausgeformt; es gibt jedoch auch einfache Instrumente, bei denen auch der Boden flach ist. Der Hals trägt ein leicht abgewinkeltes Wirbelbrett und ein mit Bünden versehenes Griffbrett.

Die Balalaika hat nur drei Saiten, die von der Wirbelplatte über das Griffbrett über einen Steg zum am unteren Ende des Korpus befestigten Saitenhalter laufen. Es gibt zwei Arten von Stimmung: zum einen werden zwei Saiten auf eine Ton gestimmt, die dritte eine Quart höher; zum anderen ist eine Stimmung im Abstand von Quarten möglich. Der Instrumentalist zupft die Saiten entweder mit der Hand oder benutzt ein Plektrum.

Die Balalaika ist vermutlich um 1700 aus der in Kasachstan und Kirgisien beheimateten Domra, einem sehr ähnlich gebauten Zupfinstrument entstanden. Der russische Balalaikavirtuose Wassili Wassiljewitsch Andrejew (* 1861, † 1918) entwickelte aus dem Instrument einen komplette Familie, zu der die Pikkolo-Balalaika, die Prim-Balalaika, die Sekund-Balalaika, die Alt-Balalaika, die Bass-Balalaika und die Kontrabass-Balalaika gehören. Verbreitet ist vor allem die Prim-Balalaika, deren Saiten auf die Töne e1, e1, a1 gestimmt sind. Gelegentlich ist auch die Kontrabass-Balalaika zusehen, ein imposantes Instrument, das mit einer Ecke seines Korpus’ auf dem Boden abgestützt wird und vom Instrumentalisten im Stehen gespielt wird