Baryton

Baryton, von altgriechisch barytonos für »volltönend«, italienisch: Viola di bordone, Viola paradon, Chordophon (Saiteninstrument, kombiniertes Streich– und Zupfinstrument), mit Resonanzsaiten versehene Gambenart (siehe Viole da gamba)

Der Baryton war vom 17. Jahrhundert bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein relativ beliebtes Soloinstrument. Äußerlich zeigte das in verschiedenen Größen gebaute Instrument einige wesentliche Merkmal der Gamben, wie den recht tiefen Korpus, die abfallenden Schultern, das mit Bünden versehene Griffbrett und die Besaitung mit sechs bis sieben Darmsaiten. Abweichend von den Gamben hat der Baryton aber acht bis 22 Resonanzsaiten aus Metall, die von einem eigenen Saitenhalter über einen flachen Steg zum gemeinsamen Wirbelkasten laufen. Die Resonanzsaiten liegen direkt neben den Griffsaiten, werden aber von einem Brett verdeckt, so dass sie nicht durch den Bogen versehentlich in Schwingung versetzt werden können. Die Griffsaiten sind in 1A, D, G, c, e, a, d1 gestimmt, die Resonanzsaiten entweder diatonisch oder aber chromatisch.

Die Spielweise des Instrumentes ist kompliziert: Die Griffsaiten werden mit dem Bogen gestrichen, in der Regel schwingen die Resonanzsaiten mit. Da sie aber unter der Abdeckung offen liegen, kann der Instrumentalist sie mit dem Daumen auch zupfen. So ergibt sich eine Spieltechnik, in der gestrichene und gezupfte Töne kombiniert werden können, wobei sich auch ein reizvoller Gegensatz zwischen dem Klang von Darm- und Metallsaiten ergibt.

Ein Großteil der Kompositionen für den Baryton stammt von Joseph Haydn. Er schrieb für Fürst Nikolaus Joseph Esterházy, – offensichtlich ein versierter Spieler des Instrumentes –, zwischen 1765 und 1778 etwa 175 Werke für den Baryton. Eine 1703 veröffentlichte Sammlung von Kompositionen für das Instrument stammt von Johann Georg Krause, der »IX Partien, auf die Viola Paradon« schrieb.

Fürst Esterhazy interessierte sich etwa ab 1775 mehr für das Marionettentheater als für den Baryton; für Haydn gab es daraufhin wohl keinen Grund mehr, für den Baryton zu komponieren.