Cheng

Cheng, auch Zheng, Chordophon (Saiteninstrument, Zupfinstrument, chinesische Zither, die wegen ihrer in Längsrichtung gewölbten Korpusoberfläche zu den Wölbbrettzithern zählt; eine andere Wölbbrettzither ist die japanische Koto, die ein Abkömmling der Cheng ist.

Das Instrument besteht aus einem aus Holz gefertigten rechteckigen Resonanzkasten von einer Länge zwischen etwa eineinhalb und zwei Metern. Im Boden des auf zwei Böcken ruhenden Korpus sind meist zwei Schallöcher geschnitten. Rechts vom Spieler ist auf der gewölbten Oberfläche ein gerader Sattel im rechten Winkel zur Längsseite angebracht, links ein geschwungener Sattel. Die Saiten werden auf beiden Seiten durch die Decke geführt und unter Decke befestigt. Jede Satie läuft über einen eigenen Steg, der vom Spieler zur Stimmung verstellt werden kann. Die Saiten – früher aus verdrillter Seite, seit Beginn des 20. Jahrhunderts erst aus Metall (Stahl, Kupfer), dann aus umsponnenem Nylon – stehen aller unter gleicher Spannung, die Tonhöhe wird allein durch die Stellung des Steges bestimmt. Eine Cheng hat wenigstens 13 Saiten, kann aber bis 25 haben; als eine Art Standard haben sich Instrumente mit 21 Saiten durchsetzen könne. Das Instrument ist pentatonisch gestimmt und hat einen Tonumfang von vier Oktaven.

Cheng

Cheng (Fotolia)

Zum Spiel der Cheng sitzt der Spieler vor der auf Böcken liegenden Cheng. Die kürzesten Saiten befinden sich direkt vor ihm, die längsten am weitesten entfernt. Auf die Finger der rechten Hand steckt der Instrumentalist Plektren; diese können spitz zulaufen, sind oft aber von rechteckiger Form. Manche Spieler verzichten auf die Plektren und spielen mit den Fingernägeln. Mit der linken Hand drückt der Spieler auf den links vom Steg befindlichen Teil der Saiten. Durch Druck auf diese Saitenabschnitte kann die Tonhöhe während des Spiels erhöht werden. Aufgrund dieser Spielweise kann der einzelne Ton innerhalb der Zeit, die die Saite schwingt, sehr differenziert moduliert werden. Der Klang an sich ähnelt dem europäischer Zithern und wird immer dann bemüht, wenn es in der Werbung oder in Filmen um asiatisches Kolorit geht.

Die Cheng, deren Entstehung auf das 3. bis 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung datiert wird, war früher ein Instrument, das seinen festen Platz in der höfischen Musik hatte und etwa bei Festen und Banketten in Ensembles mit anderen Instrumenten gespielt wurde. Während des 19. Jahrhunderts änderte sich die Stellung der Cheng und es wurde zum Soloinstrument.

Wölbbrettzithern nahezu gleicher Bauart sind in ganz Asien verbreitet. Auch die japanische Koto gehört zu den Wölbbrettzithern. Sie weicht in ihrer Bauweise nur wenig von der Cheng ab: Die Länge ihres Korpus liegt zwischen 180 und 200 cm und sie hat meistens 21 Saiten.