Erzlauten

Erzlauten, italienisch: Arciliuto, Chordophone (Saiteninstrumente, Zupfinstrumente), Lauten mit zusätzlichen Basssaiten; zu den Erzlauten gehören die Basslauten Chitarrone, Theorbe und theorbierte Lauten sowie die Angelica.

Äußeres Kennzeichen der Erzlauten ist ein zweiter Wirbelkasten, der stets über dem Wirbelkasten für den Saitenbezug, der über dem Griffbrett läuft, angeordnet, ist. Zu dem oberen Wirbelkasten führen frei schwingende lange Saiten, die ausschließlich für einzelne Basstöne benutzt werden, also nicht durch Griffe verkürzt werden können; es gibt allerdings eine Spielweise, bei der diese Saiten mit dem Daumen der Griffhand ebenfalls verkürzt werden.

Die Basssaiten können wegen der gesamten Konstruktion der Erzlauten – alle Saiten werden in einem auf der Decke des Instrumentes befestigten Querriegel gehalten – nur schwach gespannt werden, sind deshalb relativ dünn und müssen eine große Länge aufweisen, um überhaupt tiefe Töne erzeugen zu können. So haben alle Erzlauten einen gegenüber den normalen Lauten erheblich verlängerten Hals.
Erzlauten dienen in erster Linie der akkordischen Begleitung von Gesang oder Soloinstrumenten, es sind also Generalbass-Instrumente. Im Zuge des nach dem Zweiten Weltkrieg stark gewachsenen Interesses an Alter Musik und historisch korrekter Aufführungspraxis traten auch die Erzlauten wieder in das Bewusstsein von Musikern und Publikum und sind gelegentlich im Konzert zu sehen und zu hören.