Fat Telecaster

Fat Telecaster, zusammengesetzt aus Englisch fat für »fett« und Telecaster, eine elektrische Gitarre der amerikanischen Firma Fender, abgekürzt auch nur Fat Tele, Musikerjargon; eine Fat Telecaster ist eine Telecaster-Gitarre, bei der der werksseitig eingebaute Single-Coil-Tonabnehmer in der Halsposition durch einen Humbucker-Tonabnehmer ersetzt wurde.

Die klassische Telecaster-Gitarre wird ab Werk mit zwei Single-Coil-Pickups versehen, einer in der so genannten Bridge Position – also Brückenposition –, ein zweiter in Neck Position, der Halsposition. Der Pickup in Halsposition ist für solistisches Spiel vorgesehen, der in der Brückenposititon eher für begleitendes Rhythmusspiel. Vielen Gitarristen erschien der Klang des Tonanbnehmers in Halsposition zu dünn und hell, so dass sie den vorhandenen Tonabnehmer aus- und einen Humbucker-Pickup – oft von der Firma Gibson – einbauten. Auf diese Weise entstand eine Art Hybrid-Gitarre, denn natürlich sollte mit dem Einbau des Gibson-Humbuckers der Klang deren Les-Paul-Gitarre verfügbar gemacht werden.
Viele Gitarristen bauten ihre Telecaster-Gitarre in eine Fat Tele um, darunter etwa John Lennon, Keith Richards und Andy Summers. Fender selbst bot lange keine Fat Teles an, ließ sich dann aber doch herbei und stellte Fat Teles mit einem eigenen Humbucker her; auch die Tochterfirma Squier hatte für einige Jahre eine Fat Tele im Angebot.

Natürlich kann auch der Bridge Pickup durch einen Humbucker-Tonabnehmer ersetzt werden; Gitarren dieser Ausstattung haben es aber nicht zu einem eigenen Namen gebracht. Mit zwei Humbuckern war etwa die Fender Telecaster Thinline der Herstellungsjahre 1972 bis 1980 ausgestattet. Eben im Jahr 1972 nahm Fender mit der Telecaster Deluxe eine Gitarre in ihr Angebot, in die ein Single-Coil-Tonabnehmer in Bridge Position und ein Humbucker-Tonabnehmer in Neck Postion eingebaut war: die erste Fat Tele.