Fidel

Fidel, neuhochdeutsch von mittellateinisch fidula und viella, englisch: fiddle, französisch: vièle, italienisch: viola, Chordophon (Saiteninstrument, Streichinstrument), Vorläufer der Violine. Das Wort Fiedel bezieht sich zwar auf dasselbe Instrument, erfuhr aber in den letzten Jahrzehnten eine eher abwertende Konnotation; im Allgemeinen werden aber beide Worte im gleichen Sinn verwendet, oft in Unkenntnis der historischen Grundlage.

Der Begriff ist seit dem Mittelalter eigentlich eine ganz allgemeine Bezeichnung für ein Streichinstrument, das meist im Arm gehalten wurde und einen ovalen oder elliptischen, aus einem einzigen Stück Holz gefertigten Korpus besaß, an dem der Hals angesetzt war. Die Form verfeinerte sich in späterer Zeit: Boden und Decke erhielten eine mehr oder weniger starke Wölbung, die Decke Schalllöcher in C-Form und der Korpus seitliche Einbuchtungen. Die Saiten liefen über einen flachen oder schon leicht gebogenen Steg. Die Saitenzahl war unterschiedlich, doch gab es im 13. Jahrhundert schon fünfsaitige Instrumente. Die Fidel in dieser Bauform kann als Grundlage der Lira, der Viola da gamba und der Viola da braccio angesehen werden.

Die Fidel, die zum Spiel je nach Größe im Arm, vor der Brust gehalten oder zwischen den Beinen gehalten wurde, war das Instrument der professionellen Spielleute, also vorrangig ein profanes Instrument, das bei weltlichen Festen, bei Tisch, zum Tanz und zur Begleitung von Liedern gespielt wurde.