Hackbrett

Hackbrett, englisch: dulcimer, französisch tympanon, italienisch: salterio tedesco, Chordophon (Saiteninstrument, Anschlagzither), Zither, bei der die Saiten mit zwei Schlägeln angeschlagen werden. Das Instrument kann als Vorläufer des Klaviers gesehen werden.

Hackbrett

Hackbrett (Fotolia)

Das Hackbrett ist im Grunde genommen ein Psalter, dessen Saiten aber anders als bei diesem nicht gezupft, sondern mit besonderen Schlägeln angeschlagen werden. Ansonsten ist die Ähnlichkeit mit dem Psalter offenkundig: Wie dieses beseht das Hackbrett besteht aus einem rechteckig oder trapezartig geformten, mit einem oder mehreren Schalllöchern versehenen Resonanzkasten, der zwar nur eine Höhe von fünf bis sieben Zentimetern hat, aber eine Breite zwischen 100 und 130 Zentimeter haben kann. Die Länge richtet sich nach der Zahl der Saiten, die in Chören von zwei bis sechs Saiten quer über den Resonanzkasten laufen; gängig ist eine Anzahl von 25 Chören. Die Saiten werden über zwei lose auf die Decke des Resonanzkasten gesetzte Stege gespannt, meistens auf der linken Seite eingehängt und rechts von Stimmstiften, die denen des Cembalos ähneln, gehalten. Der Tonumfang reicht über zwei bis drei Oktaven, etwa von g zu g2 oder g zu g3. Frühe Instrumente hatten einen geringeren Tonumfang und waren diatonisch gestimmt.

Die Saiten werden zwar mit den Stimmstiften gestimmt, zur Feinkorrektur der Stimmung können einzelne Abschnitte eines der Stege aber auch versetzt werden. Bei manchen Hackbrettern wird diese Möglichkeit auch dazu genutzt, die Saite im Verhältnis 2:3 zu teilen und damit den Tonvorrat zu erhöhen; der Instrumentalist schlägt die Saiten dann auf beiden Seiten des Steges an.

Beim Spiel des Hackbretts sitzt der Instrumentalist vor dem Instrument, wobei dessen vordere Kante auf seinen Oberschenkeln ruht, während der Kasten gegen die Kante eines Tisches gelehnt ist; das Hackbrett liegt also schräg vor dem Spieler. Es gibt auch Hackbretter, die auf einem eigenen Gestell aufliegen. Stets befinden sich aber die tiefen Saiten direkt vor dem Musiker. Die Metallsaiten des Hackbretts werden mit unterschiedlichen Schlägeln angeschlagen. In der Regel sind sie aus Holz hergestellt und haben einen mit Filz, manchmal auch mit Leder oder Kork bezogenen Kopf. Aufgrund der Metallsaiten ist er Klang des Hackbretts hell, metallisch und bei schneller Spielweise rauschend und auch etwas unklar; mit dem Material des jeweils verwendeten Schlägelkopfes kann auf den Klang in Grenzen Einfluss genommen werden.

Das Hackbrett hat zwar große Ähnlichkeit mit dem Santur Kleinasiens, doch ist nicht erweisen, dass es der europäische Nachfahre dieses Instrumentes ist. In Europa ist es seit dem 15. Jahrhundert gebräuchlich; die Nähe zum Psalter ist evident. Auch scheint es schon sehr früh mit Tastaturen ausgestattete Instrumente gegeben zu haben, die als Vorläufer des Cembalos wie des Klaviers – dies vor allem wegen des Umstandes, dass die Saiten angeschlagen und nicht angerissen werden – angesehen werden können. Instrumente dieser Art wurden über lateinisch dulce melos für »schöne Melodie« in Spanien dulcema genannt, und im englischen Wort dulcimer findet sich noch der Nachklang dieser Bezeichnung, wenn auch der Dulcimer ein anderes Instrument ist.

Das Hackbrett fand im 17. und 18. Jahrhundert Verbreitung über den europäischen Raum hinaus, Weiterentwicklungen des Hackbrettes sind etwa das Pantaleon – das als direkter Vorläufer des Klaviers zu sehen ist – und das Cimbalom, das in so genannten Zigeuner-Kapellen Verwendung findet.