Headless

Headless, von englisch headless für »ohne Kopf«, auch Headless Guitar oder Headless Bass, Anfang der 1980er-Jahre von der Steinberger Sound Corporation of Newburgh, New York, eingeführte Bauform von elektrischen Bässen; wenig später wurden auch elektrische Gitarren dieser Bauart präsentiert.

Elektrische Gitarren und Bassgitarren sind in ihrer äußeren Form wenigstens annähernd an die traditioneller Gitarren angelehnt, bestehen als aus einem in etwa acht-förmigen Korpus und einem daran angesetzten Hals. Wegen der größeren Kräfte, die der Zug der Stahlsaiten ausübt, gibt es aber keine Wirbelkasten als Aufhängepunkt der Saiten, sondern eine so genannte Kopfplatte, ein massives Stück Holz, dass direkt an den Hals angeformt ist und die aus Metall bestehenden Stimmmechaniken trägt. Bei elektrischen Gitarren kann das Gesamtgewicht der Kopfplatte noch vernachlässigt werden, nicht aber bei der Bassgitarre, denn einerseits ist die Kopfplatte erheblich größer, andererseits sind die Stimmmechaniken größer und daher deutlich schwerer als die Mechaniken von Gitarren. Dies führt dazu dass sich der Hals einer Bassgitarre ohne Gegenmaßnahmen durch den Musiker während des Spiels immer nach unten bewegt.

Um dieses Problem zu vermeiden, wird bei Headless-Instrumenten die Kopfplatte weggelassen. Die Saiten werden direkt hinter dem Sattel eingehängt und zu Stimmmechaniken geführt, die sich am unteren Ende des Instrumentenkorpus befinden. Aus diesem Grund kann auch der Korpus der Bassgitarre kleiner ausfallen, dass er nicht als Gegengewicht für die Kopfplatte benötigt wird. Headlesss-Bässe sind gemessen an üblichen Bässen insgesamt um einiges leichter. Für Headless-Instrumente werden besondere Saiten benötigt, die nicht nur an einem Ende die so genannten Ball Ends haben, sondern an beiden.

Neben Steinberg stellte auch die Firma Hohner Headless-Instrumente her. In den 1980er-Jahren waren vor allem die Bässe dieser Bauart rech beliebt und wurden etwa von Jean-Jacques Burnel von The Stranglers und Curt Smith von Tears for Fears gespielt; Johnny Winter setzte lange Zeit eine Headless-Gitarre ein. Insgesamt aber führten die in dieser Bauart gehaltenen Instrumente ein Nischendasein. Die Marke Steinberger wird nunmehr von der Gitarrenfirma Gibson weitergeführt.