Hollowbody-Guitar

Hollowbody-Guitar, zusammengesetzt aus englisch hollow für »hohl«, body für »Körper« und guitar für »Gitarre«, elektrische Gitarren mit einem mehr oder weniger ausgeprägt hohlen Korpus.

Grundsätzlich benötigen elektrische Gitarren keinen Resonanzkörper, wie die Existenz der Solidbody-Guitar zeigt; im Grunde ist ein hohler Korpus für die Handhabung einer elektrischen Gitarre sogar eher schädlich. Denn der hohle Korpus wirkt als Resonanzkörper und regt durch seine Schwingungen wiederum die Tonabnehmer an, so dass Hollowbody-Gitarren leicht zur Erzeugung schwer kontrollierbarer akustischer Rückkopplung neigen. So werden diverse Maßnahmen getroffen, die zwangsläufig von einem hohlen Gitarrenkorpus hervorgerufenen Resonanzen zu unterdrücken, etwa, indem in das Innere der Gitarre ein massiver Holzblock in Längsrichtung des Instrumentes eingebaut wird. Da dieser Block auch Auswirkungen auf die Dauer eines Tones hat, wird er mitunter auch als Sustainblock bezeichnet. Manche Gitarren haben einen durchgehenden Hals, so dass dieser die Funktion des Blocks übernimmt. Auch die so genannte Thinline-Gitarre oder Thin-Hollowbody-Guitar – deren Korpus nur eine Höhe von wenigen Zentimetern aufweist – ist in ihrer Konstruktion auf die Vermeidung unerwünschter Rückkopplungen hin gebaut. Manche Gitarristen füllen die Hohlräume ihrer Gitarren auch ohne Skrupel mit Schaumstoff.

Viele Gitarristen, besonders Jazzgitarristen, bevorzugen Hollowbody-Gitarren, weil sie einen geringfügig anderen Klang produzieren können, weil sie eher an die traditionelle Bauweise von Zupfinstrumenten erinnern, aus nostalgischen Gründen oder einfach wegen ihres Aussehens. So gibt es verschieden Bauarten der Hollowbody-Gitarren: Neben den schon genannten Thinline-Gitarren sind es Archtop-Gitarren und Flattop-Gitarren, je nachdem, ob Decke und Boden eine ausgeprägte Wölbung aufweisen oder nicht. In die Decken von Hollwobody-Gitarren werden immer f-Löcher geschnitten, da das Zentrum der Gitarren stets von zwei oder drei Tonabnehmern – in den meisten Fällen Humbucker – beansprucht wird. Der Korpus dieser Gitarren kann eine Tiefe von über zehn Zentimetern erreichen.

Hollowbody-Gitarren werden von diversen Firmen gebaut, beliebt sind etwa die Instrumente der Firmen Gibson, Gretsch und Epiphone. Thinline-Gitarren werden etwa von B.B. King, Chuck Berry und Alvin Lee (Ten Years After) gespielt, während der Gitarrist der britischen Band Yes einer der wenigen Gitarristen ist, die Instrumente mit einem tiefen Korpus bevorzugen.

Zwar gibt es auch Hollowbody-Bassgitarren, doch sind diese Bässe bei Bassisten nicht sonderlich gefragt. Mit einer Ausnahme: Die Bassgitarre Typ 500/1 der deutschen Firma Karl Höfner, von Paul McCartney gespielt und deshalb auch unter der Bezeichnung Beatle-Bass bekannt, hat einen hohlen Korpus und erfreut sich dennoch größter Beliebtheit.