Mandoline

Mandoline, Verkleinerungsform von italienisch Mandola, Chordophon (Saiteninstrument, Zupfinstrument), Laute, die in mehreren Formen nebeneinander in Gebrauch ist.

Mandoline (Fotolia)

Mandoline (Fotolia)

Die Mandoline hat wie die Laute in etwa die Gestalt einer halbierten Birne, ist an der Halsseite des Korpus also deutlich spitzer gebaut. Der bauchige Korpus ist aus mehreren Spänen zusammengesetzt und mit einer flachen Decke versehen. In die Decke ist meist ein Schallloch geschnitten, dieses wiederum mit einer Rosette verziert. Bei manchen Instrumenten ist die Decke zum Saitenhalter hin leicht abgeschrägt. Die vier Doppelsaiten aus Metall sind vom Saitenhalter am unteren Rand des Korpus über einen flachen Steg und ein mit Bünden versehenes Griffbrett zu einem Wirbelkasten oder einem leicht abgeknickten Wirbelbrett gespannt. Die Saiten der Mandoline werden wie die einer Violine in Quinten auf die Töne g, d¹, a¹ und e² gestimmt. Die Mandoline wird mit einem Plektrum in einer besonderen Technik gespielt, bei der das Plektrum schnell über das jeweilige Saitenpaar hin- und her bewegt wird; natürlich ist auch das Spiel von Einzeltönen möglich und üblich, doch verklingt der eher leise Ton schnell.

Mandoline-Spielweise

Spielweise der Mandoline (Fotolia)

Es gibt diverse Bauformen der Mandoline, die häufig regional bedingt sind. So werden von der oben beschriebenen Neapolitanischen Mandoline die Florentinische, die Genuesische die Paduanische die Sienesische, die Sizilianische, die Römische, die Portugiesische und die Deutsche Mandoline unterschieden, jeweils in geringfügig abweichender Größe und mitunter etwas anderer Stimmung. So gibt es zum Beispiel Mandoline jüngerer Bauart, die über eine mit f-Löchern versehenen Decke, niedrige Zargen und einen gewölbten Boden verfügen, manchmal ist der Korpus in eine von der üblichen Form abweichende Gestalt gebracht, mit Bindings und Tonabnehmern versehen.
Die Mandoline, die als italienisches Nationalinstrument gilt, ist etwa seit dem 15. Jahrhundert nachzuweisen. Bis zum 18. Jahrhundert verbreitete sich das Instrument in ganz Europa und wurde im 19. Jahrhundert in verschiedenen Größen gebaut: Neben der eigentlichen Mandoline in Sopranlage, gab es die Mandola in Tenorlage, zudem eine in Bass- und eine in Kontrabasslage. Von diesen Instrumenten blieb das Sopraninstrument in Gebrauch und fand auch Eingang in die Volksmusik Nordamerikas, ist etwa obligates Instrument im Bluegrass. Auch einige der Folk Music nahe stehende Rockbands wie etwa The Hooters oder R.E.M. haben die Mandoline dann und wann eingesetzt, andererseits aber auch Rockmusiker wie Rod Stewart und schon in den 1960er-Jahren die Rockband Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich für ihren Song »Bend It«. Auf der anderen Seite fand die Mandoline über die Jahrhunderte immer wieder das Interesse von Komponisten der Kunstmusik, so etwa von  Antonio Vivaldi, Johann Nepomuk Hummel, Ludwig van Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Gustav Mahler, Arnold Schömberg, Pierre Boulez, Wolfgang Rihm und Hans Werner Henze.

Werke

Antonio Vivaldi: Konzert für Mandoline, Streicher und Basso Continuo RV425 (o.J.)
Ludwig van Beethoven: Sonatine für Mandoline und Klavier (1796)
Ludwig van Beethoven: Adagio für Mandoline und Klavier (1796)
Johann Nepomuk Hummel: Konzert für Mandoline (1799)

Diskografie

Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich: If Music Be the Food of Love … Then Prepare for Indigestion (1967)
R.E.M.: Out of Time (1991)
Rod Stewart: Classic Rod Stewart (1999)