Mejorana

Mejorana, auch Merojanera, spanisch für »Majoran«, vornehmlich in Panama (Süddamerika) beheimatete kleine Gitarre mit fünf Saiten; das Instrument wird vornehmlich in der Volksmusik verwendet.

Die Mejorana wird meist aus einem einzigen Stück Holz, in der Regel Zeder, geschnitzt; in herkömmlicher, europäischer Gitarrenbauweise gefertigte Instrumente sind ausnahmsweise anzutreffen. Das gesamte, in etwa achtförmige Instrument ist etwa 60 Zentimeter lang, die größte Breite etwa 25 Zentimeter, doch sind individuelle Abweichungen von diesen Maßen üblich. Der sehr kurze kräftige Hals ist direkt aus demselben Stück Holz geformt, besteht also nicht aus einem separaten Teil. Die wenigen Bünde – meist nur fünf – sind in Form von Saitenabschnitten um den Hals gebunden. Die Saiten bestehen aus Pflanzenfasern, Pferdehaar, in jüngerer Zeit aber auch aus Darm oder Nylon. Sie werden um den brückenartigen, auf die Decke gestellten Steg gebunden und zu Wirbeln, die in einer einfachen Wirbelplatte stecken, geführt; die Anordnung der Wirbel ist zwei zu zwei gegenständig mit einem einzelnen Wirbel im Zentrum der Wirbelplatte, dem die mittlere der fünf Saiten zugeordnet ist. Das Korpus ist stets mit einem recht kleinen Schallloch versehen. Wird das Instrument aus einem Stück Holz gefertigte, so geschieht das Aushöhlen des Korpus von der Rückseite her; später wird das Korpus mit einem Boden aus dünnem Holz verschlossen.

Die Saiten sind in e‘-h-a-a‘-d‘ oder e‘-h-g-g‘-d‘ gestimmte, doch sind auch andere Stimmungen möglich. Die Instrumente werden in der gesamten panamaischen Volksmusik eingesetzt, sind insbesondere aber die Begleitinstrumente für Lieder, die ausschließlich von Männer gesungen werden; bei diesen »mejoranas« genannten Gesängen handelt es sich um Balladen, also im Tempo langsame Lieder.

Die Gitarren sind ihrer Herkunft nach Nachahmungen europäischer Gitarren, die von spanischen Seeleuten im 17. und 18. Jahrhundert nach Lateinamerika gebracht wurden; davon zeugt auch der einchörige Bezug von nur fünf Saiten, wie sie auch die barocken Gitarren aufwiesen, diese dann aber mit zehn Saiten in zwei Chören.

Weblink

www.atlasofpluckedinstruments.com (Website mit ausführlichen Informationen zu Zupfinstrumenten aller Art)