Parlor-Gitarre

Parlor-Gitarre, kurz auch nur Parlor, akustische Gitarre, die kleiner als die traditionelle klassische Konzertgitarre, aber ähnlich aufgebaut ist; Parlor-Gitarren werden vornehmlich von Blues, Folk– und Country-Musikern gespielt und sind daher meist mit Metallsaiten ausgestattet.

Parlor ähneln in ihrem äußeren eher den Barockgitarren als den Konzertgitarren der Neuzeit. So ist ihr Korpus kleiner, die obere Hälfte auffallend schmaler als die untere, die ihrerseits ebenfalls nicht so ausladend ist wie die der klassischen Gitarre. Auch die Mensur kann kleiner sein, meist beträgt sie zwischen 60 und 64 Zentimeter. Als Material für den Bau der Gitarre werden Fichte, Mahagoni und Palisander, in jüngerer Zeit auch Agathis verwendet. Häufig sind die Instrumente mit aufwändigen Perlmutt-Einlagen um das Schallloch und im Griffbrett versehen, mitunter auch auf dem Wirbelkasten.

Parlor-Gitarren waren besonders von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in das 20. Jahrhundert hinein beliebt, bis etwa ab 1950 ihre Popularität bei Gitarristen sank. In jüngerer Zeit werden sie wieder häufiger verwendet, zumal sie im Ensemble wegen ihres hellen Klangs eine leicht erkennbare eigenständige Stimme zwischen Mandoline und größeren Gitarren einnehmen. Vielen Musikern kommt auch die wegen ihrer geringen Größe leichte Transportabilität der Gitarre entgegen.