Qin

Qin, auch Ch’in und Guqin, Chordophon (Saiteninstrument, Zupfinstrument), chinesische Griffbrettzither, die zu den Wölbbrettzithern zählt.

Qin, chinesische Zither

Qin (Fotolia)

Wie andere Wölbbrettzithern besteht auch die Qin aus einem langen, ein wenig spitz zulaufenden Resonanzkasten; das Holz für den Korpus liefert der Wutong-Baum. Im inneren des mit einem größeren und einem kleineren Schalloch im Boden versehenen Resonanzkörpers stehen zwei Stimmstöcke, ein runder und einer mit quadratischen Querschnitt. Auf der Decke ist rechts vom Spieler ein Sattel befestigt, über den – ursprünglich fünf, später sieben – Saiten leicht fächerartig bis zu einer sattelartigen Saitenführung am anderen Ende des Korpus laufen. Die Saiten aus verdrillten Seidenfäden von jeweils je Saite genau festgelegter Zahl sind am Boden des Korpus befestigt. Anders als die Cheng hat die Qin keine Stege, sondern der Spieler verkürzt mit der linken Hand die Saiten. Das Griffbrett hat zwar keine Bünde wie die europäische Zither, trägt stattdessen aber 13 Punkte als Griffmarkierungen. Die fünf oberen Saiten der Qin sind halbtonlos pentatonisch gestimmt, die beiden untersten Saiten oktavieren die beiden höchsten nach unten, insgesamt also C, D, F, G, A, c, d. Aufgrund der besonderen Spielweise des Instrumentes und unter Einsatz der Flageolett-Töne ist eine außerordentlich nuancenreiche Tongebung möglich. Die Spielanweisungen, welche Saite wo und in welcher Form niedergedrückt werden muss, ist in mehr als 200 Zeichen niedergelegt.

Um die Entstehung der Qin, die eine mehr als 3000jährige Geschichte hat, ranken sich mehrere Legenden. Sie ist das Instrument der Gelehrten und Literaten; Konfuzius (* 551, † 479 v. Chr.) beispielsweise soll ein versierter Spieler des Instrumentes gewesen sein.

Literatur

Liebermann, Frederic: The Chinese Long Zither Ch’in; Ann Arbor 1977
Dahmer, Manfred: Qin – Die klassische chinesische Griffbrettzither; Frankfurt /Main 1985