Sitar

Sitar, die oder der, Chordophon (Saiteninstrument, Zupfinstrument), in Nordindien und Teilen von Südindien verbreitete Laute.

Sitar

Sitar (Fotolia)

Die Bauweise des Sitar ist nicht endgültig standardisiert. In der Regel besteht das Instrument aber aus einem aus einem getrockneten Kürbis hergestellten Resonanzkörper, der in einen langen, kastenartigen und ebenfalls hohlen Hals übergeht. Am oberen Ende des Halses ist die Wirbelplatte angebracht. Bei manchen Sitars kann ein zweiter, kleinerer Resonanzkörper, ebenfalls aus einem Kürbis gefertigt, in der Nähe der Wirbelplatte angebracht werden. Ein Sitar ist insgesamt etwa 120 Zentimeter lang. Der Resonanzkörper ist flach abgeschnitten und mit einer Decke aus Holz geschlossen. Am unteren Ende des Korpus ist ein Saitenhalter angebracht, von dem die Saiten über einen relativ stark gerundeten Steg und 23 Bünde zu den Wirbeln laufen. Die Bünde aus Messing können auf dem Hals verschoben werden.

Der diatonische Sitar hat zwei Bordunsaiten – etwa auf C und G gestimmt – und fünf Melodiesaiten in der Stimmung c, f, g, c1, c2; die untere der Melodiesaiten kann auch als Bordunsaite fungieren. Zusätzlich sind 13, manchmal auch mehr, Resonanzsaiten aufgezogen, die aber unter den Bünde laufen und mit Wirbeln gespannt werden, die seitlich aus dem Halskasten herausragen. Der Klang des Sitars lässt sich mit keinem anderen Klang vergleichen und ruft beim westlichen Hörer ohne weiteres Assoziationen mit Indien hervor. Der zirpende Klang der Saiten hat seine Ursache vor allem im ständigen Mitschwingen der Resonanzsaiten.

Zum Spiel sitzt der Sitarspieler im Schneidersitz auf dem Boden und legt den Resonanzkörper des Instrumentes zwischen seien Oberschenkel. Die Saiten werden mit einem Plektrum angerissen, das aus einem Stück Draht besteht und auf den Zeigefinger der Spielhand gesteckt wird. Der Sitar kann zwar allein gespielt werden, doch treten meist Tanpura – ein dem Sitar ähnelndes Begleitinstrument ohne Bünde – und die Tabla hinzu.

Vorläufer des Sitar gelangten vermutlich im 13. Jahrhundert unserer Zeitrechnung von Persien nach Nordindien. In Indien wurde er zum heute üblichen Konzertinstrument weiter entwickelt. Das Instrument ist fester Bestandteil der klassischen indischen Musik. In der westlichen Welt wurde der Sitar durch die Rock- und Popmusik der 1960er-Jahre einem größeren Publikum bekannt. The Beatles verwendeten das Instrument hier und da in ihrer Musik, und Ende der 1960er-Jahre gab es auch einen elektrischen Sitar, der allerdings eher eine elektrische Gitarre mit zusätzlichen Resonanzsaiten darstellte.

Als herausragender Sitarspieler gilt der Inder Ravi Shankar, der das Instrument wie auch die indische Musik in ausgedehnten weltweiten Konzerttourneen sowie mit einigen Auftritten und Schallplattenaufnahmen mit dem Violinvirtuosen Yehudi Menuhin präsentierte.

Literatur

Junius, Manfred M.: The Sitar, the Instrument and its Technique; Wilhelmshaven 1974

Diskografie

The Exciting Music of Ravi Shankar (1963)
Ravi Shankar: Four Raga Moods (1971)
Shankar Family & Friends (1974)
Ravi Shankar: Menuhin Meets Shankar (1988)
Ravi Shankar: The Complete Recordings on Deutsche Grammophon (2010)
The Ceyleb People: Tanyet (o. J.)
The Beatles: Rubber Soul (1965)
The Orient Express: – (1969)
Bit‘ A Sweet: Hypnotic I (1968)
Richie Havens: Something Else Again (1968)
Monsoon: – (1982)