Spinett

Spinett, von lateinisch spina für »Dorn«, italienisch: spinetta, englisch: spinett, französisch: épinette, Chordophon (Saiteninstrument, Kielinstrument), kleines Tasteninstrument mit parallel zur Tastatur verlaufendem Saitenbezug

Die Tonerzeugung des Spinettes gleicht der des Cembalos: Die Saiten werden mittels Tastendruck von Lederstückchen oder den Kielen von Rabenfedern angerissen. Anders als das Cembalo hat das Spinett aber nur einen einzigen Saitenchor in der 8’-Lage und einen Tonumfang von nur vier Oktaven. Die Saiten werden über den trapezförmigen Resonanzkasten – es gibt auch Instrumente in sechseckiger Form – wie beim Virginal parallel zur Tastatur aufgezogen, die Stimmwirbel sind rechts eingeschlagen. Die Basssaiten befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Tastatur. Diese Bauweise wurde allerdings nicht standardisiert, vielmehr zeigen spätere Bauformen auch einen schräg angeordneten Saitenbezug, bei dem die Basssaiten ganz hinten am Resonanzkasten verliefen; dieser Typ gilt in engerem Sinne als Spinett. Die Tastatur ist bei allen Bauformen nicht in das Gehäuse integriert, sondern in einem kleinen Kasten untergebracht, der aus dem Gehäuse herausragt.

Das Spinett war besonders zwischen 1500 und 1800 beliebt. Das älteste erhaltene Instrument datiert aus dem Jahre 1523 und wurde von Francesco da Portalupi in Verona gebaut. Der Klang der früheren Instrumente erinnert eher an den eines Virginals, der der späteren Instrumente an den des Cembalos und ist auf Anhieb von diesem nicht zu unterscheiden.