Theorbe

Theorbe, italienisch: Tiorba, Chordophon (Saiteninstrument, Zupfinstrument), Erzlaute, die bis weit ins das 18. Jahrhundert hinein vornehmlich als Generalbassinstrument genutzt wurde; die früher übliche Unterscheidung zwischen Theorbe und Chitarrone wird mittlerweile als obsolet erachtet.

Prinzipiell ist die Theorbe wie eine Laute gebaut, jedoch ist der etwa birnenförmige, bauchige Korpus aus Holz etwas größer und hat oft drei von Rosetten abgedeckte Schallöcher. Der Hals des über einen Meter langen Instrumentes trägt zwei Wirbelkästen: Einer für die Griffsaiten, ein zweiter leicht versetzt oberhalb des ersten angeordneter für die Bordunsaiten. Die sechs bis acht Griffsaiten sind doppelt bespannt, die acht Bordunsaiten nur einfach. Die Bordunsaiten laufen frei, also nicht über ein Griffbrett, und werden daher nur leer gezupft. Die Griffsaiten laufen über ein mit Bünden versehenes Griffbrett und werden wie die Bordunsaiten an einem gemeinsamen Saitenhalter befestigt.

Da die Mensur der Instrumente nicht einheitlich war, gibt es verschiedene Stimmungen: Michael Praetorius unterscheidet in seiner Schrift »Syntagma musicum« (1619) die paduanische Theorbe von der romanischen Theorbe; mit letzterer ist vermutlich der Chitarrone gemeint. Für die paduanische Theorbe nennt Praetorius 1D-1E-1F-1G-1A-1H-C-D für die Bordunsaiten und E-F-G-c-f-a-d-g für die Griffsaiten. Im 18. Jahrhundert wurde die Theorbe wie eine Laute gestimmt.

Eine Besonderheit stellt die Stimmung der beiden höchsten der Griffsaiten dar: Da die seinerzeit verwendeten Saiten aus Darm oder auch Metall der für die gewünschte Tonhöhe erforderlichen Spannung nicht standhielten, stimmte man diese um eine Oktave tiefer.

Die Theorbe wurde aus der Laute entwickelt, als im 16. Jahrhundert nach einer Möglichkeit gesucht wurde, tiefere Töne erzeugen zu können. Da dicke Darmsaiten nicht klingen, blieb nur der Weg über eine Verlängerung der Saiten. So wurden Lauten umgebaut, meist einfach der Hals verlängert und ein zweiter Wirbelkasten angebracht; Lauten dieser Bauart werden »theorbierte Lauten« genannt, um damit anzuzeigen, dass es sich um umgebaute Lauten handelte. Anfang des 17. Jahrhunderts hatte sich dann ein einigermaßen eigenständiges Instrument herausgebildet, doch wurde noch zwischen Theorbe und Chitarrone unterschieden. Da indes beide Instrumente nur Übereinstimmungen aufweisen, wird heute davon ausgegangen, dass für ein und dasselbe Instrument zwei Namen existieren.