Viola d’Amore

Viola d’Amore, italienisch für »Liebesgeige«, Chordophon (Saiteninstrument, Streichinstrument), Viola da gamba in Alt-Lage

Obwohl das Instrument zu den »Kniegeigen« gehört, wird es dennoch im Arm gehalten und gespielt. Die Viola d’Amore hat etwa die Größe einer Bratsche, verfügt aber über fünf bis zehn Spielsaiten und sieben bis 14, in Dur- oder Moll-Akkorden gestimmte Resonanzsaiten, die unter dem Griffbrett verlaufen; die Spielsaiten bestehen aus Darm oder Messing, die Resonanzsaiten aus Messing. Die Spielsaiten werden entweder wie bei den Gamben in Quarten gestimmt, gelegentlich aber auch wie die Violinen in Quinten. Das Griffbrett zeigt gegenüber den Gamben eine weitere Abweichung: Es trägt keine Bünde.

Das vermutlich in England entstandene Instrument war im 17. und 18. Jahrhundert in vielen Ländern Europas ein beliebtes Streichinstrument, das noch bis ins 19. Jahrhundert hinein von Komponisten wie Franz Anton Hoffmeister (* 1754, † 1812) oder Joseph von Eybler (* 1756, † 1846) eingesetzt wurde. Im 18. Jahrhundert schrieben es Komponisten wie Reinhard Keiser (* 1639, † 1739), Johann Mattheson, Allessandro Scarlatti, Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach in einigen ihrer Werke vor.

Im 20. Jahrhundert wurde die Viola d’Amore etwa von Paul Hindemith und Louis van Waefelghem wiederentdeckt, und im Laufe des Jahrhunderts schrieben neben anderen Alberto Ginastera, Sergej Sergejewitsch Prokofjew für das Instrument.