Violoncello

Violoncello

Violoncello [Fotolia]

Violoncello, auch nur Cello, italienisch für »kleine Violone«, Chordophon (Saiteninstrument, Streichinstrument), das größte und tiefste noch gebräuchliche Instrument der Familie der Viole da braccio.

Das Violoncello entstand im 17. Jahrhundert und wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Antonio Stradivari in seinen bis heute üblichen Maßen festgelegt. So ist der aus Ahorn und Fichte gefertigte Korpus zwischen 75 und 76 Zentimeter lang, die Tiefe der Zarge beträgt etwa 12 cm und das gesamte Instrument ist etwa 125 Zentimeter lang. Das wie eine Violine mit geraden Schultern, gewölbter Decke und Korpus und f-Löchern gebaute Instrument wurde früher zwischen den Knien gehalten. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es üblich, einen in der Länge verstellbaren Stachel in die untere Rundung der Zarge einzubauen und das Instrument beim Spiel darauf zu stützen.

Violoncello-Spiel

Violoncello, Spielhaltung [Fotolia]

Das Violoncello hat vier Saiten, die auf die Töne C, G, d und a gestimmt sind. Eigentlich ist es das Bassinstrument der Viole-da-braccio-Familie, reicht aber – da es auch in diesem Bereich nicht an Klangschönheit verliert – bis in das Tenor-Register hinein. Der Ton des Cellos ist kraftvoll, sonor und singend. So wurde die Möglichkeit, das Violoncello als Soloinstrument einzusetzen, schon früh erkannt und bereits Ende des 17. Jahrhunderts in Italien von Komponisten wie Domenico Gabrielli (* 1651, † 1690), später von Antonio Vivaldi, Giuseppe Tartini und Nicola Antonio Porpora zu einer ersten Blüte gebracht. Johann Sebastian Bach schrieb mit den sechs Suiten für Violoncello solo Werke für das Instrument, die bis heute zum Repertoire virtuoser Cellisten gehören.

Später komponierten auch etwa Carl Philipp Emanuel Bach, Carl Stamitz, Luigi Boccherini, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn Bartholdy, Frederic Chopin, Johannes Brahms, Peter I. Tschaikowsky, Paul Hindemith, Max Reger, Luigi Dallapiccola, Iannis Xenakis und Krzysztof Penderecki für das Instrument.

Neben seiner Bedeutung als Soloinstrument bildet die Gruppe der Celli im Orchester die unverzichtbare Verbindung zwischen den hohen Streichern und den Kontrabässen.